Meßkirch – Viele Wähler sind noch unentschlossen, wem sie am 24. September ihre Stimme geben sollen. Vielleicht kann die Podiumsdiskussion des SÜDKURIER am 19. September Hilfestellung geben. Ab 19.30 Uhr stellen sich im Schloss sechs Kandidaten den Fragen von Redaktionsleiter Gregor Moser und dem freien Journalisten Karlheinz Fahlbusch. Beide hoffen, dass der Publikumszuspruch ähnlich groß sein wird, wie bei der Veranstaltung zur Landtagswahl im vergangenen Jahr. Mit knapp 300 Besuchern konnte der SÜDKURIER damals punkten. Eine Zahl, die von keiner anderen Diskussionveranstaltung im Landkreis erreicht wurde. Doch bei der Landtagswahl gibt es nur einen Wahlkreis für den Landkreis Sigmaringen. Geht es um den Bundestag, dann sind die Verhältnisse ganz anders. Pfullendorf, Herdwangen-Schönach, Illmensee und Wald gehören zum Wahlkreis Bodensee, der erst zur Wahl im Jahr 2009 gebildet wurde. Die restlichen Gemeinden aus dem Landkreis gehören zum Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen.

Da ist Thomas Bareiß von der CDU der unangefochtene Platzhirsch. Er holte 2013 nicht nur ein Direktmandat, sondern bundesweit auch mit 60,7 Prozent das zweithöchste Erststimmenergebnis für die Christdemokraten. Mit 52,8 Prozent der Zweitstimmen konnte er seinen Erfolg von 2009 (38,9 Prozent) deutlich verbessern und zog zum zweiten Mal in den Bundestag ein. Bareiß ist dem konservativen Flügel der CDU zuzurechnen. Im Bundestag hat er schon mehrfach gegen die Mehrheit seiner Fraktion gestimmt. So bei der Gesundheitsreform und erst kürzlich bei der Ehe für alle. Bei der vergangenen Wahl erstmals angetreten ist Stella Kirgiane-Efrimidou.

Sie holte damals für die SPD 18,2 Prozent der Erststimmen und 17,1 Prozent der Zweitstimmen. Die Gastronomin wohnt in Weinheim und hat kommunalpolitische Erfahrung. Für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die 52-Jährige kämpft für soziale Gerechtigkeit und mehr Lebensqualität im ländlichen Raum.

Auch als Wahlkämpfer unterwegs ist Dirk Mrotzeck. Der 51-jährige Speditionskaufmann aus Hechingen tritt wieder für die FDP an und möchte gern sein Ergebnis von 2,4 Prozent der Erststimmen und 5,6 Prozent der Zweitstimmen deutlich verbessern. Dass die FDP 2013 aus dem Bundestag geflogen ist, das hat er als heilsam für die Partei erkannt. Doch nun ist für ihn klar, dass die Liberalen wieder ins Bundesparlament müssen. Der 58-jährige Konditormeister Erwin Feucht hat es zwar 2016 nicht für die Grünen in den Landtag geschafft, doch davon lässt er sich nicht entmutigen. Die 8,3 Prozent der Erst- und 8,4 Prozent der Zweitsimmen bei der vorigen Bundestagswahl sind für ihn eine gute Basis. Feucht steht für eine Politik, der die Erhaltung der Umwelt wichtig ist. Er wohnt in Balingen.

Claudio Wellington ist Berater bei einem Versicherungskonzern in der Schweiz, wohnt und arbeitet in St. Gallen. Als deutscher Staatsbürger darf er trotzdem für den Bundestag kandidieren und ist nach eigenem Bekunden ein überzeugter Linker. Der 32-Jährige wollte ursprünglich im Bodenseekreis kandidieren, wo die Bundestagsabgeordnete Annette Groth nicht mehr zur Wahl antritt. Wellington hat aber dann auf die Kandidatur verzichtet. Neuling ist auch Hans-Peter Hörner. Der 65-Jährige Oberstudienrat aus Hechingen tritt für die AfD an, die 2013 noch keine Rolle im Wahlkreis gespielt hat. Sein Schwerpunkt im Wahlkampf ist die Zukunftssicherung für alle Generationen. Hörner wurde sehr kurzfristig als Kandidat benannt, weil die AfD-Basis den ursprünglichen Kandidaten Heinrich Fiechtner wieder abgewählt hatte.

Das Moderatorenteam wird in mehreren Themenblöcken den Kandidaten auf den Zahn fühlen und auch das Publikum stark einbeziehen. "Wir hoffen, dass viele Fragen aus dem Publikum kommen", sagt Gregor Moser. Es besteht auch wieder die Möglichkeit, schon vorab Fragen an die SÜDKURIER-Redaktion zu schicken. Diese werden von den Moderatoren aufgegriffen. Klar ist, dass nicht alle Themenmfelder der aktuellen Politik bearbeitet werden können. Zwischendrin gibt es eine kleine Pause, bei der man sich dann bei der Badminton-Abteilung des TV Meßkirch mit Getränken versorgen kann. Werbematerial der Parteien ist nicht zugelassen.

Podiumsdiskussion

  • Der Saal wird um 19 Uhr geöffnet
  • Die Diskussionsrunde beginnt um 19.30 Uhr mit einer kurzen Vorstellung der Kandidaten
  • Eine Pause gibt es von 20.45 bis 21.05 Uhr
  • Fragen an die Kandidaten können vorab per E-Mail an die SÜDKURIER-Redaktion gesendet werden: messkirch.redaktion@suedkurier.de