Für ihren brillanten Auftritt im Meßkircher Schlosssaal erhielten die Philharmonischen Streicher-Solisten lang anhaltenden Schlussapplaus. Ihr Programm „Liebe und Leidenschaft“ mit einigen der bekanntesten und beliebtesten Werke der Musikgeschichte brachte einen Musikgenuss nach dem andern.

Mitglieder württembergischer Orchester

Eduard Sonderegger (1. Violine), Veronika Unger (2. Violine), Lorenz Unger (Viola), Christian Adamski (Violoncello), Jean-Paul Mathé (Kontrabass), der auf unterhaltsame Art durch das Programm führte und Hintergrundinformationen lieferte, alle Mitglieder von württembergischen Orchestern, begannen das Programm mit Stücken aus den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi, dem „Roten Priester“, wie er wegen seiner Haarfarbe genannt wurde: „Allegro“ (Frühling) mit Vogelgezwitscher in den Violinen, „Adagio Presto“ (Sommer, mit Eduard Sonderegger als Solisten), die herbstliche Tanzmusik „Allegro“ und „Largo“ (Winter) mit dem leise verklingenden Schneefall.

Frech und verführerisch

Die „Polka“ des jungen Schostakowitsch, eine Auftragsarbeit der sowjetischen Führung, erwies sich als ein munteres bis freches Stück Musik. In „Valse triste“, einem der bekanntesten Werke von Sibelius, beeindruckte das Pianissimo-Spiel des Ensembles. Das „Ave Maria“ von Gounod, auf einem Präludium von Bach basierend, wiederum eines der erfolgreichsten Stücke der Musikgeschichte, durfte natürlich nicht fehlen; hier ahmte die zweite Violine mit gezupften Tönen die Cembaloklänge nach. Nach der Meditation aus der Oper „Thaïs“ von Massenet folgte „Anitras Tanz“ aus der Schauspielmusik zu Ibsens „Peer Gynt“ von Grieg, frech und zugleich verführerisch gespielt.

Walzer von Johann Strauß junior

Drei Walzer von Johann Strauß junior im Stil der Wiener Kaffeehausmusik rahmten „Salut d‘amour“ von Edward Elgar ein, 1888 für seine Geliebte Caroline Alice Roberts geschrieben und, weil sie gut Deutsch sprach, zunächst „Liebesgruß“ betitelt; aber der Verleger meinte, ein französischer Titel verkaufe sich besser, und so trat das Werk seinen Siegeszug an.

Musikalisches Feuerwerk zum Schluss

Wie bei einem Feuerwerk sparten sich die Philharmonischen Streicher-Solisten den Höhepunkt des Konzerts bis zum Schluss auf: Was Eduard Sonderegger, der sich hier als „Teufelsgeiger“ präsentierte, in Pablo Sarasates „Zigeunerweisen“ bot, war atemberaubend: staccato, pizzicato, springendes spiccato, glissando, wahnwitzige Sprünge, Flageoletttöne. Der letzte Satz musste wegen des anhaltenden Beifalls wiederholt werden.