Sanierung kostet zwei Millionen Euro

Die St.-Martins-Kirche in Meßkirch ist ein Gesamtkunstwerk von nationaler Bedeutung. Mit dieser Begründung wurde das Gotteshaus in die Reihe von insgesamt 49 Objekten aufgenommen, die in diesem Jahr aus dem Bundeshaushalt einen Zuschuss für die Sanierungsarbeiten bekommen. Zu den auf rund zwei Millionen Euro geschätzten Renovierungskosten für die Meßkircher Barockkirche steuert Berlin 200 000 Euro bei.

Das leergeräumte und an Decken und Wänden bereits vom Schmutz befreite Innere von St. Martin zeigt, wie das Gotteshaus am Ende der rund zwei Millionen Euro teuren Renovierung Ende 2020 aussehen wird.
Das leergeräumte und an Decken und Wänden bereits vom Schmutz befreite Innere von St. Martin zeigt, wie das Gotteshaus am Ende der rund zwei Millionen Euro teuren Renovierung Ende 2020 aussehen wird. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Einsatz von Thomas Bareiß

Vermittelt hat den Geldfluss aus dem „Denkmalpflegeprogramm des Bundes zur Substanzerhaltung von Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung“ Staatssekretär und Wahlkreisabgeordneter Thomas Bareiß. Am Dienstag verschaffte sich der Politiker bei einem Vor-Ort-Besuch einen Überblick über den Stand der im Frühjahr begonnenen Erneuerungsarbeiten. In Begleitung von Karl Hermann und Edgar Schatz vom Bauförderverein, Stadtpfarrer Stefan Schmid und der CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Christa Golz zeigte sich Bareiß vom bisher erreichten Stand der Arbeiten beeindruckt. Er teilte die Hoffnung der kirchlichen Projektverantwortlichen, dass es in absehbarer Zeit gelingen werde, die angebaute Nepomuk-Kapelle in die Renovierungsarbeiten einzubeziehen. Sie befindet sich im Privatbesitz des Hauses Fürstenberg in Donaueschingen. Gegenwärtig, so Schatz und Hermann, gebe es entsprechende Verhandlungen mit dem Fürstenhaus.

Pfarrer Stefan Schmid (links) und Bauausschussmitglied Edgar Schatz zeigten dem Berliner Regierungsmitglied das „Heilige Grab“ in der Nepomuk-Kapelle.
Pfarrer Stefan Schmid (links) und Bauausschussmitglied Edgar Schatz zeigten dem Berliner Regierungsmitglied das „Heilige Grab“ in der Nepomuk-Kapelle. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Arbeiten voll im Gang

Obwohl das Innere des Gotteshauses nach der Generalreinigung fast wieder in seinem eigentlichen Glanz erstrahlt, sind die Arbeiten zum Erhalt der Kirche noch lange nicht abgeschlossen. Wenn die Reinigungsarbeiten in rund drei Wochen abgeschlossen sein werden, wird ein Gerüst aufgebaut, um die Arbeiten zum Erhalt der Deckenkonstruktion aufnehmen zu können. Nach Einschätzung des Baufördervereins und der Planer werden diese Arbeiten über den Winter andauern. Sollten sich keine wie immer gearteten bautechnischen Schwierigkeiten ergeben, so Stefan Schmid zum Zeitplan, könne vom Abschluss der Renovierungsphase Ende 2020 zu Weihnachten ausgegangen werden. Ein genauer Termin stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

Moderne Reinigungstechnik

Thomas Bareiß zeigte sich sehr an der modernen Reinigungstechnik interessiert, mit der das Kircheninnere in den letzten Wochen gesäubert worden ist. Raymund Bunz stellte das Verfahren mit Latexgranulat vor. Damit, so erfuhr das Regierungsmitglied, könne nicht nur der seit der letzten Renovierung vor rund 40 Jahren angesammelte Staub von den weißen Flächen der Wände und der Decken schonend entfernt werden. Bunz: „Das Verfahren erlaubt es auch, die Gemälde zu reinigen, ohne sie zu beschädigen.“ Malerarbeiten an den weißen Flächen im eigentlichen Sinn wird es nicht geben. Damit später keinerlei Farbabweichungen zu beobachten sind, wurde die Zusammensetzung der vor 40 Jahren genutzten Farbe analysiert. Die Firma Bunz&Bunz hat für Arbeiten dieser Art eine spezielle Hebebühne entwickelt. Die Vorrichtung erlaube es, so beschreibt es der Restaurator, jede Stelle im Kirchenschiff problemlos zu erreichen und bei Bedarf blendfrei zu beleuchten.

Mit einer speziell konstruierten Hebebühne erreichen die Restauratoren jede Stelle.
Mit einer speziell konstruierten Hebebühne erreichen die Restauratoren jede Stelle. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter