Können junge Leute Kunst? Sie können! Den Beweis gibt es derzeit im Turmzimmer im Schloss zu sehen. Ausgestellt sind die zwölf Werke des Projekts „Zu Gast bei Nachbarn“, die im Rahmen der dreitägigen Projekttage des Martin-Heidegger-Gymnasiums entstanden sind. Geleitet wurden die Projekttage von der Kunsterzieherin Andrea Stumpf und der Künstlerin Carola Riester. Teilgenommen haben die 11. und die 12. Klasse.

Kunsterzieherin Andrea Stumpf (im Vordergrund) war neben Künstlerin Carola Riester (links) Impulsgeberin für das Projekt.
Kunsterzieherin Andrea Stumpf (im Vordergrund) war neben Künstlerin Carola Riester (links) Impulsgeberin für das Projekt. | Bild: Günther Brender

Sonderausstellung findet parallel zur Ausstellung „Künstler Nachbarschaften I“ statt

Die Vernissage wurde feierlich von Kreiskulturamtsleiter Edwin Ernst Weber eröffnet. Er ging zu Beginn auf den Kern des Projekts, nämlich die thematische Auseinandersetzung mit den Werken der Kreisgalerie von Yongbo Zhao und Gerhard Berger, ein. Mittelpunkt der Ausstellung „Zu Gast bei Nachbarn“ seien die „persönlichen, freundschaftlichen und kollegialen Beziehungen“, stellte Weber fest. Zudem betonte er, wie großartig er es findet, dass sie ein solches museumspädagogisches Projekt verwirklichen konnten. Er gab bekannt, dass der Eintritt zur Sonderausstellung, die parallel zur Ausstellung „Künstler Nachbarschaften I“ der Kreisgalerie stattfindet, für Schüler des Gymnasiums und deren Familien frei ist.

Otmar und Johanna Riester gehörten zu den zahlreichen Besuchern, die sich für die Schülerarbeiten im Turmzimmer interessierten.
Otmar und Johanna Riester gehörten zu den zahlreichen Besuchern, die sich für die Schülerarbeiten im Turmzimmer interessierten. | Bild: Günther Brender

Kunsterzieherin Andrea Stumpf war von Anfang an begeistert von dem Projekt, erzählte sie. Doch habe sie sich gefragt, ob sich diese Begeisterung auch auf die Schüler übertragen lasse. Die Frage könne im Nachhinein mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Die zehn Schülerinnen der 11. Klasse und drei Abiturientinnen hätten ganz Erstaunliches geleistet. Stumpf bedankte sich dafür, dass sie dieses Projekt begleiten, mit den Schülerinnen ins Schloss gehen und dort zuschauen konnte, wie diese konzentriert und engagiert an ihren Werken arbeiteten.

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Thema Macht und Ohnmacht

„Das Thema Macht und Ohnmacht, das die Künstler Gerhard Berger und Yongbo Zaho thematisieren, findet sich auch in den Werken der jungen Leute wieder“, stelle Künstlerin Carola Riester anerkennend fest. Sie betonte, wie bereichernd diese Tage der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen für sie gewesen seien und führte die Besucher anschließend durch die einzelnen Geschichten, die hinter jedem Bild stecken. Einige Schüler haben das Thema Umweltschutz in ihren Bildern aufgegriffen. Für die Künstlerin ist dies „keine Modebewegung“, wie sie sagte, denn das Ganze gelte als ein „großer Appell“ an die Menschen, einen dauerhaften Dialog zwischen den Generationen zu führen. Einen runden Abschluss des Projekts stellte das gemeinsame Arbeiten an einem Bild dar, das von der Gemeinschaftsarbeit von Yongbo Zhao und Gerhard Berger inspiriert ist.

Riester gab den Besuchern einen Einblick in die Vorgehensweise und auch in die Gefühle der Künstler selbst. Die Künstlerin betonte mehrfach, dass sie „mächtig Freude“ an diesem Projekt hatte und lobte die gute inhaltliche Auseinandersetzung der Künstler mit dem Thema „Macht und Ohnmacht“. Die Ausstellung endet am 13. Oktober. Anschließend werden die Werke an das Gymnasium übergeben.