Beinahe nahtlos – mit nur einer Woche Urlaub dazwischen – wechselt Stephan Frickinger von den Zieglerschen in Wilhelmsdorf nach Meßkirch. Hier tritt er am 1. Oktober als Stadtbaumeister die Nachfolge von Thomas Kölschbach an. Dieser arbeitet seit 1. August als Stadtplaner bei der Stadt Überlingen. Neben Frickinger hatte sich ein zweiter Bewerber dem Gemeinderat vorgestellt, wie Bürgermeister Arne Zwick am Montag in einem gemeinsamen Gespräch mit Frickinger dieser Zeitung schilderte. Der andere Bewerber habe eine ähnlich gute Qualifikation wie Meßkirchs neuer Stadtbaumeister mitgebracht, schilderte Zwick. Ursprünglich hätten sich drei Kandidaten auf die Stellenausschreibung gemeldet, zwei durften sich dem Gemeinderat vorstellen, der sich dann für Frickinger entschied. Dieser machte während des Gesprächs am Montag deutlich, dass er sich auf eine lange Zeit im Dienste der Stadt Meßkirch eingerichtet habe.

Von der Selbstständigkeit führte seine bisherige Berufsbiografie über die teil-öffentliche Arbeit der Zieglerschen nun zum öffentlichen Dienst. Der Hintergrund dafür ist familiärer Natur, denn Stephan Frickinger ist Vater einer zweieinhalb Jahre alten Tochter und eines einjährigen Sohnes. Die Familie wohnt in Meßkirchs Nachbargemeinde Wald. Seinen Kindern will der 33-Jährige mehr Aufmerksamkeit schenken können. Wobei für ihn selbstverständlich ist, wie er sagte, dass in seiner Funktion als Stadtbaumeister auch Abend- und Wochenend-Termine dazugehören.

Zunächst will er sich in Meßkirchs Themen wie das umzusetzende Verkehrskonzept einarbeiten. Bei Planungen setzt er auf Konzepte, die einen günstigen Unterhalt der Gebäude ermöglichen. Daneben will er sich dafür einsetzen, dass die schönen Ecken der Stadt besser zur Geltung gebracht werden. Die Eingänge zur Stadt seien fürs Erscheinungsbild wichtig, benennt er ein weiteres wichtiges Element seiner Arbeit. Und seit Ende seines Studiums beschäftigt ihn das Thema Barrierefreiheit.

Die Meßkircher Altstadt-Satzung hält er für einen guten Ansatz, um die bauliche Entwicklung zu steuern. Doch will er sie unter die Lupe nehmen, ob sie so, wie sie ist, sinnvoll ist. CDU-Gemeinderat Jürgen Alber hat dies kürzlich in Zweifel gezogen.