Der Künstler Jeremias Heppeler aus Fridingen a.d.D. bereitet derzeit gemeinsam mit seinem Vater Christof Heppeler ein ungewöhnliches Kunst-Projekt vor, bei dem an den Fridinger Landschaftsmaler Hans Bucher erinnert und auf den Begriff "Heimat" eingegangen werden soll. Der Name des Vorhabens: "Wunder Hunger". Mit dabei ist auch die Kunstform Film.

Bekannt ist Hans Bucher für seine Bilder vom Oberen Donautal. <em>Bild: Hans Bucher Stiftung</em>
Bekannt ist Hans Bucher für seine Bilder vom Oberen Donautal. Bild: Hans Bucher Stiftung | Bild: Photoatelier Reiner Löbe

"Das Kulturprojekt, dass ich gemeinsam mit meinem Vater auf den Weg gebracht habe ist weltweit einzigartig", sagt Heppeler. Unterstützt und gefördert werde es von der in dem Donautalstädtchen ansässigen Hans Bucher-Stiftung. In "Wunder Hunger" würden Theater, Lesung, Film, Geschichte und Ausstellung in einer total neuen Form miteinander vermischt. "Im Zentrum steht das Leben und Schaffen des 2002 verstorbenen Donautalmalers Hans Bucher – daran wird aber diskursiv und experimentell angeknüpft." Die Bilder des Fridinger Malers begleiteten ihn schon seit der Kindheit und er habe ein durchaus ambivalentes Verhältnis zu dem Werk. Bei dem jetzigen Projekt gehe es ihm indes auch um die Frage, wie Kunst auf dem Land funktionieren könne.

Ein Selbstbildnis von Hans Bucher. <em>Bild: Hans Bucher Stiftung</em>
Ein Selbstbildnis von Hans Bucher. Bild: Hans Bucher Stiftung | Bild: Barbara Teufel

Gemeinsam mit den professionellen Schauspielern Bertold Biesinger und Gerd Plankenhorn werde am Mittwoch, 3. Oktober, die Vernissage bestritten. Diese beginnt um 19 Uhr im Ifflinger Schloss Museum Oberes Donautal. Dann soll gemeinsam ins Künstlerhaus Scharf Eck gewandert werden, sagt Museumsleiter Armin Heim. Insgesamt seien für das Projekt eine Monografie, ein Kurzfilm, Mode, ein Dokumentarfilm, zahlreiche Bilder und Texte entstanden. Für den Kurzfilm hätten sie Original Super 8 Aufnahmen von Hans Bucher bekommen, die bis dahin noch nie das Licht der Welt erblickt hätten. "Wir glauben, dass unser Projekt weltweit einzigartig ist", sagt Heppeler.

Von Hans Bucher: Die Ruine Dietfurt in Öl auf Leinwand, entstanden 1964. <em>BILD: KREISGALERIE SCHLOSS MEßKIRCH</em>
Von Hans Bucher: Die Ruine Dietfurt in Öl auf Leinwand, entstanden 1964. BILD: KREISGALERIE SCHLOSS MEßKIRCH | Bild: Kreisgalerie Schloss Meßkirch

Für ihn persönlich besitze die Malerei von Bucher in Bezug auf den Begriff "Heimat" eine Durchschlagkraft und Bedeutung. Damit spielt er auf den Lebensweg des Donautalmalers an, der seine Heimat verließ, um dann dorthin zurückzukehren. "Und deswegen ist es wichtig, sich daran abzuarbeiten", stellt Heppeler fest.

Jeremias Heppeler ist Förderpreisträger der Stadt Konstanz für Junge Kunst und SÜDKURIER-Mitarbeiter des Kulturteils. Dieses Jahr hatte er bereits eine Ausstellung in der Konstanzer Partnerstadt Suzhou in China zum Thema "Wasser" auf die Beine gestellt. Gegenüber dem SÜDKURIER hatte er seine Kunst in dem Zusammenhang wie folgt beschrieben: Er sehe diese als "intermediale Kunst" an. Dazu gehörten nicht nur selbst gestaltete Bilder und Installationen, sondern auch Filme, Fotos und Texte. Die Genres und Medien wie Text, Bild oder Film verstehe er nicht als getrennte Bereiche. Er überlagere sie miteinander in seinem Schaffen. "Ich versuche alle Möglichkeiten, die ich habe, zu kombinieren und daraus etwas Ganzes zu schaffen." Seit zwei Jahren ist Heppeler als freier Künstler tätig.