Der Inhalt werde benötigt, um die von dem Verein erbaute Kranken- und Entbindungsstation in Betrieb zu nehmen, berichtet Kotz. Transportiert wurden so beispielsweise Ultraschallgeräte, Baby- und Entbindungsbetten.

Ein Fotomontage des Vereins.
Ein Fotomontage des Vereins. | Bild: Fred-Rainer Kotz

"Wir sind überglücklich", sagt der Vorsitzende. Denn schließlich habe es sich bei dem Projekt, das den Verein ein Jahr lang auf Trab hielt, um die größte Unternehmung gehandelt, die die Hilfer bislang stemmten.

Der Container geht in Pfullendorf auf seine weiter Fahrt.
Der Container geht in Pfullendorf auf seine weiter Fahrt. | Bild: Fred-Rainer Kotz

"Es war ein Abenteuer", sagt auch Friedrich Reutter, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Unzählige Fragen hätten gelöst werden müssen: "Was darf in den Contain überhaupt hinein?"; "Wie muss die Fracht gesichert werden?" Oder: "Was ist steuerfrei?"

Ein Archivbild: Bei der Grungsteinlegung für die Kranken- und Entbindungsstation im Jahr 2014.
Ein Archivbild: Bei der Grungsteinlegung für die Kranken- und Entbindungsstation im Jahr 2014. | Bild: Fred-Rainer Kotz

Hinzugekommen sei, dass eine Spedition gefunden werden musste, die den Container transportiert und in Burkina Faso mit dem Gesundheitsministerium Kontakt aufgenommen werden musste um zu klären, ob die Hilfsgüter überhaupt eingeführt werden dürfen. Um einen Zuschuss des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu erhalten, hätten zudem die letzten Untersuchungsergebnisse der Ultraschallgeräte eingereicht werden müssen, die der Verein aus einem Ravensburger Krankenhaus erhalten hatte, wo sie vor Monaten ausgemustert wurden. Verständlich sei das, resümiert Kotz. Schließlich wolle das Ministerium seinen 5300 Euro-Zuschuss nicht ohne die Gewissheit freigeben, dass die Geräte auch funktionieren. "Aber für uns war das ein riesen Aufwand."

Jetzt wird abgeladen. Im Container befinden sich Hilfsgüter mit einem Gewicht von über acht Tonnen.
Jetzt wird abgeladen. Im Container befinden sich Hilfsgüter mit einem Gewicht von über acht Tonnen. | Bild: Fred-Rainer Kotz

Von Pfullendorf aus ging der Container schließlich per Sattelschlepper nach Hamburg und per Schiff nach Abidjan an die Elfenbeinküste. Dort wurde der Container auf einen Zug umgeladen und über 1200 Kilometer in die Hauptstadt von Burkino Faso transportiert, von wo aus es die letzten Kilometer nochmals mit einem Sattelschlepper zur Station ging. Die Reise sei zügig verlaufen und das sei wichtig gewesen, denn zum einen hätte jeder Tag, an dem der Container gestanden hätte, Geld gekostet und zum anderen, freut es Kotz, dass der Container unversehrt an seinem Bestimmungsort angekommen ist.

Der Container, der in Pfullendorf über Monate hinweg befüllt wurde, ist zwölf Meter lang, zwei Meter breit und 2,40 Meter hoch.
Der Container, der in Pfullendorf über Monate hinweg befüllt wurde, ist zwölf Meter lang, zwei Meter breit und 2,40 Meter hoch. | Bild: Fred-Rainer Kotz

Die Kranken- und Entbindungsstation wurde seit 2014 mit Mitteln des Vereins Pro Burkinabe gebaut. 50 000 Euro seien für die Baukosten durch den Verein finanziert worden. Der gebrauchte Container mit Seezulassung, der von einer Spedition in Augsburg kam, habe 2500 Euro gekostet und darüber hinaus habe das Container-Projekt den Verein rund 10 000 Euro gekostet.

Der Container soll vor der Kranken- und Entbindungsstation (im Hintergrund) stehen bleiben und beispielsweise als Lager dienen.
Der Container soll vor der Kranken- und Entbindungsstation (im Hintergrund) stehen bleiben und beispielsweise als Lager dienen. | Bild: Fred-Rainer Kotz

Die Menschen, die künftig die Kranken- und Entbindungsstation in Anspruch nehmen werden, sollten einen bescheidenen Betrag dafür zahlen, der weit unter dem liegt, was die Menschen beim Besuch eines der wenigen Krankenhäuser in Burkina Faso bezahlen müssten. Und für arme Menschen werde es gar kein Geld kosten, sagt Kotz. "Wir sind ein christlicher Verein." Und was den Erfolg des Projekts angeht, ist er sicher: "Da hatte Gott die Hand mit im Spiel."