Die Heidegger-Stadt in einem Atemzug mit Wolfsburg, Ingolstadt oder Neckarsulm als Automobilstadt? Vielleicht, wenn der Autokonstrukteur Ernst Loof Anfang Ende der 40er Jahre nicht am fehlenden Geld gescheitert wäre. Knatternde Motoren, ein Bürgermeister als Beifahrer in einem Rennauto in der Innenstadt und die letzten rollenden Zeugnisse des gescheiterten Versuchs, Meßkirch zu einer Automobilstadt zu machen – das war am Wochenende das vierte Veritas-Treffen. Eingeladen hatten die Oldtimer-Freunde Meßkirch, die mit dem Treffen das 20-jährige Bestehen ihres Automobilmuseums im Schloss feierten. Am Sonntag hatten die Geschäfte zusätzlich zum verkaufsoffenen Sonntag in die Heidegger-Stadt eingeladen. Als besondere Attraktion erwiesen sich an beiden Tagen die insgesamt vier Rundfahrten der Fahrzeugveteranen durch die Innenstadt.

Bürgermeister Arne Zwick durfte an der Seite von Silvia Heck einige Ehrenrunden durch die Innenstadt drehen.
Bürgermeister Arne Zwick durfte an der Seite von Silvia Heck einige Ehrenrunden durch die Innenstadt drehen. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Kapazitäten am Limit

Nicht nur Rennmaschinen aus der Veritas-Produktion bestimmten an beiden Tagen das Meßkircher Straßenbild. Wie Robert Wimmi vom Organisationskomitee der Oldtimer-Freunde am frühen Sonntagnachmittag mitteilte, waren beim Veritas-Treffen insgesamt schätzungsweise 300 historische Straßenfahrzeuge zu sehen. Eine genaue Zahl der zur Schau gestellten Straßenveteranen kann der Verein nicht nennen. Neben den 200 Anmeldungen von Oldtimern aller Art und den 17 Veritas-Fahrzeugen fanden sich noch viele andere Besitzer von historischen Motorfahrzeugen in Meßkirch ein. Wimmi: „Wir waren mit unserer Aufnahmekapazität am Limit.“

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Alleine auf der Wiese zwischen dem Schloss und der Pfarrkirche St. Martin waren rund hundert Automobile aufgefahren. Wer zu spät kam, musste sich mit einem Platz beispielsweise beim Sassenage-Garten zufriedengeben. Außerdem sahen sich die Veranstalter gezwungen, die Zahl der Teilnehmer an der Schaufahrt am Sonntag durch die Meßkircher Innenstadt zu begrenzen. Der Organisator begründete dies mit dem Hinweis auf die hohe Zahl der Fahrzeuge. Außerdem sollte, so Wimmi, an beiden Tagen die Erinnerung an die Meßkircher Autoproduktion im Mittelpunkt stehen.

Formvollendete Autos kamen in den ersten Nachkriegsjahren aus der Meßkircher Fahrzeugschmiede Veritas. Noch heute ein Augenschmaus ist das fünfsitzige Cabriolet in elegantem Weiß.
Formvollendete Autos kamen in den ersten Nachkriegsjahren aus der Meßkircher Fahrzeugschmiede Veritas. Noch heute ein Augenschmaus ist das fünfsitzige Cabriolet in elegantem Weiß. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Bei den drei Demonstrationsfahrten am Samstag und beim großen Schaulauf am Sonntagvormittag säumten ebenfalls nach Schätzung von Robert Wimmi rund 2000 Schaulustige den Rundkurs. Diese Fahrten erwiesen sich als der unschlagbare Höhepunkt der beiden Festtage. Standen beim ersten Rundkurs am Samstag noch die silberfarbenen Rennkisten aus Meßkircher Produktion im Mittelpunkt, zeigten sich 24 Stunden später am Sonntag Oldtimer vieler Fabrikate und Produktionsepochen.

Musik in der Stadt

Während sich beim Schloss die Freunde der historischen Fahrzeuge noch am Sonntagnachmittag zur Autobesichtigung rund ums Schloss und im Festzelt trafen, ging das Meeting unten in der Stadt nahtlos in den verkaufsoffenen Sonntag über, zu dem die Mitgliedsbetriebe der Handels- und Gewerbevereinigung eingeladen hatten. Zahlreiche Geschäfte hatten die Ladentüren geöffnet und boten ihre Produkte an. Einen besonderen musikalischen Akzent setzte die Band „Zäpfle-Bräss“ aus Billafingen. Die Musiker traten mit ihrer Mischung aus Funk, Blues, Rock und Soul an verschiedenen Plätzen auf. Dort fanden sie begeisterte Zuhörer.