Die SPD der Heidegger-Stadt möchte bei der Kommunalwahl am 26. Mai die absolute Mehrheit der Christdemokraten im Stadtrat brechen. Am Dienstag nominierte die Partei im Gasthof „Adler – Alte Post“ ihre Bewerber für die Gemeinderatswahl. Die SPD ist in allen drei Meßkircher Stimmbezirken vertreten.

Freude über eigene rote Liste

Ortsvorsitzender Rüdiger Hillenbrand bezeichnete es als Erfolg seiner Partei, mit einer eigenen Liste in den Kommunalwahlkampf ziehen zu können. Wie wichtig nicht nur für die SPD, sondern auch für einzelne Kandidaten das Zustandekommen einer roten Liste ist, machten einzelne Mandatsbewerber in ihren Stellungnahmen deutlich. Martina Mülherr erklärte: „Ohne SPD-Liste hätte ich mich nicht erneut um ein Gemeinderatsmandat bemüht.“

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Acht Kandidaten einstimmig nominiert

Die sieben stimmberechtigten Genossen nominierten die acht Kandidaten jeweils einstimmig. Auf Listenplatz eins steht das bisherige Gemeinderatsmitglied Martina Mülherr. Die 58 Jahre alte Büroangestellte gehört dem Gremium seit mehr als zehn Jahren an. Zu ihren Beweggründen sagte Mülherr: „Mir macht die Kommunalpolitik Freude.“ Gleichzeitig übte die Sozialdemokratin Kritik an Mitbürgern, die zwar meckerten, sich aber weigerten, das kommunalpolitische Umfeld mitzugestalten.

Kritik an CDU-Gemeinderatsfraktion

Auf Platz zwei findet sich der 33 Jahre alte Maschinenbauingenieur und zweifache Familienvater Claus Löhle wieder. Der langjährige IG-Metall-Funktionär, der auch im Fanfarenzug der Feuerwehr aktiv ist, nutzte die kurze Vorstellungsrede zu einer massiven Breitseite gegen die CDU. Er sprach von „CDU-Gemauschel“ und bezeichnete die schwarze Gemeinderatsfraktion als „Trachtenverein“. Er warf den Christdemokraten vor Ort vor, nur die Interessen von Leuten zu vertreten, die Geld investierten. Löhle ist parteilos.

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SPD-Kandidaten wollen Mehrheit der Christdemokraten brechen

Mit Rosemarie Schaz stellt sich auf Platz drei die zweite Frau als Kandidatin für den Gemeinderat zur Wahl. Sie ist 58 Jahre alt und arbeitet als Angestellte in einem örtlichen Autohaus. In der Freizeit engagiert sich Schaz in der Badminton-Abteilung des Turnvereins. „Ich möchte durch meine Kandidatur dazu beitragen, die absolute Mehrheit der Christdemokraten zu brechen“, sagte die SPD-Frau.

Interesse an Kommunalpolitik und an Menschen als Motive für die Kandidatur

Auf Platz vier kandidiert der studierte Historiker und Berufsschullehrer Gregor Espelage. Der 65 Jahre alte Pädagoge lebt seit 2005 in Meßkirch. Früher war er im Auslandsschuldienst tätig, heute unterrichtet er in Sigmaringen Deutsch und Gemeinschaftskunde. Wenn Espelage mit Ende des Schuljahrs in den Ruhestand tritt, möchte er sich intensiv in der Kommunalpolitik engagieren, erzählte er. Claus Ketels (67) ist bereits seit 2016 im Ruhestand. Er arbeitete als technischer Beamter bei der Bundeswehr. Heute engagiert sich der Sozialdemokrat als Vorstandsmitglied im Turnverein und innerhalb des SPD-Ortsverbands. Zu seiner Kandidatur meinte Ketels: „Mich interessieren Menschen."

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Ortsvorsitzender lässt sich nochmals aufstellen

Rüdiger Hillenbrand (Platz sechs) ist ebenfalls Pensionär. Der 69-jährige ehemalige Grundschullehrer gehörte bis zu seinem Rücktritt aus dem Gemeinderat 17 Jahre lang diesem Gremium an an. Seine erneute Kandidatur begründete Hillenbrand mit der Feststellung: „Einige CDU-Räte, die mich ärgerten, werden dem neuen Stadtrat nicht mehr angehören.“

Rolf Wahmann tritt für Wahlbezirk Nord an, Andreas Klappenroth für Wahlbezirk Süd

Im Wahlbezirk Nord stellt sich der 65-jährige Rolf Wahmann dem Votum der Bürger. Der gebürtige Dortmunder lebt seit 1997 in Meßkirch. Er selbst bezeichnete sich in der kurzen Vorstellungsrunde als „SPD-geprägt“. Im Wahlbezirk Süd bewirbt sich als zweites Nicht-SPD-Mitglied Andreas Klapproth auf der Liste der Sozialdemokraten um ein Stadtratsmandat. Der 55 Jahre alte Versicherungskaufmann lebt mit seiner Familie seit 2008 in der Heidegger-Stadt. Im Fall seiner Wahl möchte der gebürtige Hamburger den öffentlichen Nahverkehr, die E-Mobilität und das Vereinswesen zu seinen Schwerpunkten machen.