Die beiden Landtagsabgeordneten, Andrea Bogner-Unden (Grüne) und Klaus Burger (CDU), wie auch das zuständige Stuttgarter Ministerium veröffentlichten jetzt die Zahlen für Zuschusszahlungen des Landes. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) fließen insgesamt knapp 4,4 Millionen Euro in den Kreis Sigmaringen. Eine Summe von 200 000 Euro wird in den ELR-Listen unter dem Stichwort "Grundversorgung" für Meßkirch geführt. Eine Nachfrage bei Bürgermeister Arne Zwick sorgt für Klarheit: Mit dieser Summe werde der Bau des geplanten Krematoriums beim Friedhof gefördert, erklärte Zwick gegenüber dem SÜDKURIER. Der Zuschussbescheid könne als klares Startsignal für das Projekt gewertet werden.

Meßkirchs Bürgermeister war bereits im Mai vergangenen Jahres davon ausgegangen, dass die Firma Crema Consult in diesem Frühjahr mit dem Bau beginnen werde. „Es handelt sich bei dem Bau um ein technisch anspruchsvolles Gebäude“, hatte er im vergangenen Jahr in einem Gespräch mit dieser Zeitung gesagt. Er ist sich auch sicher, dass die Baugenehmigung rechtlich nicht angreifbar ist. Bei den Gegenstimmen von Jürgen Fecht und Christian Fecht (beide CDU) hatte der Technische Ausschuss im Dezember 2016 den Bau des Krematoriums an der Ziegelbühlstraße, schräg unterhalb des Stadtfriedhofs, beschlossen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens beim Landratsamt wurden sämtliche immissionsschutzrechtliche Fragen mit geprüft.

In der Stadt war während des Genehmigungsverfahrens die Bürgerinitiative „Kein Krematorium am Meßkircher Friedhof“ aktiv gewesen, die unter anderem die Höhe des Schornsteins des künftigen Krematoriums kritisiert hatte, der 18 Meter hoch werden soll. Zwick hatte den Vorwürfen aus den Reihen der Bürgerinitiative widersprochen. Bei einem Schornstein als untergeordnetem Bauteil eines Gebäudes könne man nicht von einer Unverträglichkeit sprechen. Auch vertraue er, was die Abgase betrifft, dem vorliegenden Gutachten zum Thema. Im Baugesuch sei man von zehn Metern ausgegangen, da diese sich aus den gesetzlichen Mindestvorschriften hergeleitet hätten. Nachdem das Baugutachten beim Landratsamt eingereicht worden war, habe die Behörde entschieden, ein zusätzliches Gutachten für die Kaminhöhe in Auftrag zu geben. Dies habe das Ergebnis gehabt, dass der Kamin 18 Meter hoch werden soll, wie Zwick in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER sagte.