Meßkirch/Krumbach – Der kleine Benny ist mit seinen sieben Monaten ein munterer Junghund. Der Mischling lebt seit einigen Wochen in Krumbach bei Simone Mansel-Edwards. Wer den jungen Hund beim Spielen und Toben beobachtet, ahnt kaum, welch harte Tage hinter Benny liegen. Er stammt aus Ungarn und wurde in einer Schachtel zusammen mit anderen Welpen auf das Gelände der Streunerhilfe Ungarn geworfen, eines in Deutschland eingetragenen Vereins. Die Krumbacherin möchte nun vor Ort in der Region Meßkirch einen Helferkreis aufbauen. Sie sagt: "Es geht nicht in erster Linie darum, Hunde von Ungarn nach Deutschland zu bringen." Die Streunerhilfe habe sich zur Aufgabe gesetzt, den ungarischen Tierfreunden bei der Hilfe für die Hunde mit Sach- und Geldspenden zur Seite zu stehen.

Das Bewusstsein für den Tierschutz ist in Ungarn noch nicht tief im Selbstverständnis vieler Menschen verwurzelt. Das berichtet Sabine Schuh. Die Tierfreundin aus der Nähe von Nürnberg lebt seit zwei Jahren im ungarischen Eger und baut von dort aus mit Hilfe aus Deutschland den Verein auf.

Der Verein hat sich auf die Hilfe für das Tierheim in Eger spezialisiert. Am Telefon berichtet Sabine Schuh: "Die Tiere, es sind im Moment 120 Hunde, lebten bisher beengt, wurden aber so gut es ging versorgt. Jetzt haben die Tierschützer ein größeres Gelände bekommen und bauen dort ein neues Rettungszentrum für Hunde auf." Die vier Frauen, die hauptsächlich dort arbeiten, machen ihren Job ehrenamtlich. Unterstützung vom Staat oder von der Stadt bekamen sie bisher nicht. Jetzt aber habe die Stadt eine 2000 Quadratmeter große Wiese für ein neues Tierheim zur Verfügung gestellt. Schuh erklärt: "Für den Aufbau und die Finanzierung müssen die Tierfreunde selbst aufkommen."

Für die Helfer vor Ort gibt es zwei große Probleme, die durch das Desinteresse am Tierschutz in weiten Teilen der Bevölkerung noch verstärkt werden. Da ist zum einen die massenhafte "Hundezucht" bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Welpen werden dann im Westen aus dem Kofferraum heraus verkauft. Wer nicht verkauft wird, werde ausgesetzt, getötet oder im besten Fall bei den Tierschützern über den Zaun geworfen. Schuh berichtet: "Neulich kam wieder so eine Wurfsendung. Am Zaun fanden wir dann einen Beutel mit toten Welpen."

Das zweite Problem sind Urlauber aus Deutschland oder Österreich, die auf dem Weg an die Adria ihre Hunde einfach in Ungarn aussetzen. Immerhin gibt es erste Anzeichen für einen Stimmungswandel. Wie Schuh berichtet, sei es seit Jahresanfang verboten, die Hunde an Ketten zu halten. Sie berichtet: "Wir haben Hunde bekommen, bei denen die Kette schon eingewachsen war."

Das Tierheim in Eger brauche Hilfe, sagt Simone Mansel-Edwards, sowohl in Form von Sach- als auch von Geldspenden. Sie nennt Beispiele: alte Bettwäsche, Hundezubehör aller Art, Medikamente. Mit ihren Meßkircher Freunden bringt die Tierschützerin die Sachspenden nach Ungarn und arbeitet dann jeweils einige Tage im Tierheim mit.

Streunerhilfe Ungarn

Die Streunerhilfe Ungarn ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Fürth. Ziel der Krumbacher Tierschützerin ist es, in der Region einen aktiven Helfer- und Spenderkreis aufzubauen. Außerdem sucht der Verein nach Mitgliedern. Ansprechpartner in der Region ist Simone Mansel-Edwards in Krumbach, Telefon 0162 / 720 49 95.

Informationen auf:http://streunerhilfe-ungarn.weebly.com