Humorvolle Dialoge, skurrile Situationen und etliche Ermordete erzeugten spannungsreiches Kribbeln bei den Gästen der ersten Lesung, welche die Tourist-Info Meßkirch organisierte. Sie hatte Edi Graf eingeladen, im Meßkircher Schloss aus seinem neuesten Krimi "Russlandcup" zu lesen. Der langjährige Autor des Gmeiner-Verlags ist ebenso freiberuflicher Journalist und Redakteur in einem Hörfunkprogramm der ARD.

"Normalerweise bin ich der Afrika-Autor im Gmeiner-Verlag", erzählte Edi Graf, denn ihn interessiere und fasziniere der Kontinent. Doch nach seinem Krimi "Verschleppt", in welchem der traumatische Weg der afrikanischen Flüchtlinge im Zentrum des Geschehens steht, habe er unbändige Lust verspürt, sich einem lockeren, humorvollen Thema zu widmen. Aus diesem Wunsch heraus entstanden die Geschichten rund um Kommissar Rainer Zufall. In "Russlandcup", dem Krimi zur Fußball-WM 2018 in Russland, stirbt der Keeper im erweiterten Kader der deutschen Fußball-Elf. Die Mordwaffe hatte Autor Edi Graf dabei: ein WM-tauglicher Fußball. Doch nicht etwa nur ein gefährlicher Schuss bringt die Ermittler in Turbulenzen, sondern ein Dopingskandal und irrwitzige Mittel, welche die Treffsicherheit der Spieler perfektionieren sollen.

Während der Pause und am Ende der Lesung im Meßkircher Schloss signierte Edi Graf (links) seine Krimis. Christine Burkhart (rechts) und Sonja Meyer-König stellten sich hierfür gerne an.
Während der Pause und am Ende der Lesung im Meßkircher Schloss signierte Edi Graf (links) seine Krimis. Christine Burkhart (rechts) und Sonja Meyer-König stellten sich hierfür gerne an. | Bild: Isabell Michelberger

Kommissar Rainer Zufall muss sich auf den Weg nach Russland machen, wohin ihn sein steter Kompagnon, der skurrile Bestatter Dr. James Smrt, begleitet. Während Zufall das Flugzeug nimmt, ist Smrt mit dem schwarzen Smart unterwegs, auf dem ein Dachgepäcksarg thront. Die Namen der Protagonisten sprechen für ihren Charakter, geben dezente Hinweise auf gewisse Verbindungen und unterstreichen die Freude des Autors an bizarren Situationen und Personen. Auch Abkürzungen wie DFB ("Dienstreise für Bestatter") oder HSV ("Hyänisches Suchverhalten", da eine Hyäne zu Dr. Srmts kleinen Helferlein gehört) bezeugen, dass es der Autor mit dem Fußball nicht so ernst nimmt.

Der Hörfunk-Profi Edi Graf zog die Zuhörer mit seiner variantenreichen Stimme ins Geschehen hinein. Auch Dialekte beherrschte er perfekt, sodass die eigenwilligen Charaktere des Krimis zu Leben erwachten.