Vier plus eins ist eine einfache Formel der Handballvereine in der Hegau-Region, um erfolgreiche Kinderarbeit zu machen. Am Wochenende war die Handballabteilung des Turnvereins Meßkirch (TVM) Ausrichter eines "Vier-plus-eins-Turniers" in der Meßkircher Stadthalle.

Ella Held ist eine der TVM-Trainerinnen. Sie löste im SÜDKURIER-Gespräch die Formel auf: "Vier plus eins bedeutet, dass vier Kinder als Feldspieler unterwegs sind und ein fünftes Kind die Aufgabe des Torwarts übernimmt." Am Samstag tummelten sich Jungen und Mädchen aus Meßkirch, Überlingen, Konstanz und Pfullendorf in der Meßkircher Halle.

Die jungen Handballspieler gehören zur F-Jugend, das bedeutet, wie Andreas Gassner von der Abteilungsleitung Handball des TVM erläutert, dass sie aus den Jahrgängen 2010 und 2011 stammen. Sie sind noch keine Turniersportler.

Kinder sollen Erfahrung sammeln

Genau deshalb sind die kleinen Spielrunden so wichtig für den Nachwuchs. Ella Held: "Es geht hier nicht um Punkte oder Preise. Die Kinder sollen ihre motorischen Abläufe kennenlernen und gleichzeitig erste Erfahrungen im Mannschaftsspiel gewinnen."

Deswegen sind auch die Spielfelder kleiner als beim Turnierhandball und die Begegnungen werden nach 20 Minuten abgepfiffen. Jedes Kind solle in Form von Tortreffern Erfolgserlebnisse verbuchen können, sagte die Trainerin zum pädagogischen Hintergrund. Kleine Belohnungen, um "den Kalorienhaushalt wieder auszugleichen" gibt es für den Nachwuchs natürlich trotzdem.

Während sich der Handballnachwuchs in der Halle mit dem Ball beschäftigte, war die Empore mit zahlreichen Eltern und anderen Familienmitgliedern besetzt, die der Torjagd ihrer Kinder zusahen. Jeder der an dem Meßkircher Vier-plus-eins-Turnier beteiligten Vereine richtet im Jahr ein bis zwei solcher Veranstaltungen aus.

Jugendarbeit spielt eine große Rolle

In der TVM-Handballabteilung spielt die Jugendarbeit eine große Rolle, wie Andreas Gassner an einem Zahlenbeispiel verdeutlicht: "Von unseren über 100 aktiven Spielern sind fast zwei Drittel Kinder oder Jugendliche."

Seit über einem Jahr habe der TVM die Zusammenarbeit im Jugendbereich mit dem Turnverein Pfullendorf beendet und baue jetzt wieder eine selbstständige Jugendarbeit auf. Gassner: "Das ist möglich, weil es jetzt wieder mehr Kinder und Eltern mit Handballinteresse gibt, als zu dem Zeitpunkt, an dem wir die Zusammenarbeit mit Pfullendorf beschlossen hatten." Die Zahl der Interessenten in Meßkirch reiche aus, um eine eigene gute Jugendarbeit bei der Abteilung aufzubauen.