Mit der künftigen Gestaltung der Hauptstraße wird sich der Meßkircher Gemeinderat aller Voraussicht nach im April auseinandersetzen. Dies sagte Bürgermeister Arne Zwick am Montag auf Anfrage des SÜDKURIER. Bereits im Jahr 2017 habe der Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass der Verkehr nachts aus der Hauptstraße verbannt werden soll. Meßkirchs Bürgermeister geht davon aus, dass Ende des Jahres die Planungen dafür stehen. Ob in diesem Jahr schon die Bagger anrollen, hält er vor allem wegen der Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft für eher unwahrscheinlich.

Im Zusammenhang mit der Verkehrsberuhigung der Hauptstraße gibt es die Idee, elektronisch steuerbare Poller einzubauen, um so auch garantieren zu können, dass es nachts keinen Verkehr gibt. Deshalb soll auch die Zufahrt über Nebenstraßen blockiert werden. Der Gemeinderat soll sich neben diesen Fragen auch mit einem grundsätzlichen Gestaltungskonzept für die Hauptstraße beschäftigen. Vorschläge dazu entwickelt gerade Stadtbaumeister Stephan Frickinger. Neben Ideen beispielsweise für die Pflasterung sollen dem Rat auch Vorschläge für die Beleuchtung unterbreitet werden.

Grundsätzlich geht Meßkirchs Bürgermeister davon aus, dass sich im Bereich Hauptstraße und der angrenzenden Straßenzüge künftig vor allem Dienstleister und gastronomische Betriebe ansiedeln werden. Daneben soll dieses Stadtquartier fürs Wohnen attraktiver gestaltet werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage beantwortet werden, wo Bewohner der Altstadt ihre Autos parken sollen. Schließlich sollen in der Hauptstraße künftig nicht nur weniger Autos fahren, sondern sie soll auch barrierefrei sein. "Es soll zukünftig mehr Spaß machen, in der Hauptstraße unterwegs zu sein," sagte Zwick.

Die Rahmenbedingungen würden größere Flächen für Handel in diesem Stadtquartier ausschließen. Zwick verwies in diesem Zusammenhang auf das Fehlen von genügend große Flächen. Zum anderen könnten kaum ausreichend viele Parkplätze ausgewiesen werden. Er verwies auf die entsprechenden Ergebnisse des Imakomm-Gutachtens zur Innenstadt-Entwicklung.

Meßkirchs Bürgermeister sieht nach heutigem Stand künftig drei neu gestaltete Plätze, durch die die Hauptstraße aufgewertet werden soll: Den Platz am Eingang der Hauptstraße, vor der Post, dann den Platz, der im Zuge der Sanierung und des Umbaus des Gebäudes des "Bären", der bisherigen Meßkircher Kultkneipe, entstehen soll und schließlich den Platz beim Marktbrückle, nahe des Rathauses.

"In den Jahren 2019 und 2020 werden wir intensiv drangehen", hatte Stadtbaumeister Stephan Frickinger im Oktober vergangenen Jahres in einem Gespräch mit dieser Zeitung gesagt. Er nannte damals in der Innenstadt die Bereiche der Haupt- und der Grabenstraße sowie der Fuchsgasse oder den Durchgang vom Rathaus in Richtung Adlerplatz. Themen seien hier ein in den Pflasterbelag hineinverlegter Wegstreifen, die Beruhigung des Verkehrs sowie ein neues Licht- oder auch ein neues Grünkonzept. Die beiden letzten Punkte verdeutlicht er am Thema der derzeitigen Beleuchtung. Die, sagt er, sei in der Hauptstraße beispielsweise ohne jegliches Raster. Die Lampen seien dabei sicher so aufgestellt worden, dass sie die Bereiche gut ausleuchten könnten, doch um in die Hauptstraße eine optische Struktur hineinzubringen, die die Straße zugleich für den Besucher aufwerten würde, brauche es ein Abstandsraster, das dem Auge des Betrachters Orientierung gibt. Die selbe Idee stehe hinter einem neuen Grünkonzept. "Mir geht es darum, zu verdeutlichen, dass hier etwas Tolles da ist. Man muss es nur wahrnehmen können." Auch könnte man einen Ort wie den Brunnen in der Grabenstraße gut mit der oberhalb liegenden Kapelle verbinden, um so einen besonderen Punkt im Stadtbild zu schaffen. Wichtig sei ihm auch, die Stadteinfahrten städtebaulich hervorzuheben.