Tierarzt Jan Kullen aus Meßkirch sagt auf Nachfrage, dass es immer wieder Fälle gibt, bei denen Hunde mit Blutgerinnungsstörungen in die Praxis kämen. Dies sei Symptom einer Vergiftung mit Rattengift. Allerdings ließe sich in solchen Fällen von ihm nicht mit hundert prozentiger Sicherheit feststellen, dass die Ursache in einem Giftköder begründet liegt. "Es kann auch von einer Pilzvergiftung oder von einem Schlangenbiss herkommen." Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bei solchen Symptomen doch Rattengift mit im Spiel ist. Und: Mit Vergiftungen habe er zuletzt auch Katzen aus der Innenstadt behandelt, wobei die Art des .

In diesem Jahr sei in seiner Praxis ein Hund infolge einer solchen Störung verendet und ein anderer musste eingeschläfert werden, nachdem es durch eine Blutung im Kopf des Tieres zu einer negativen Verhaltensveränderung bei ihm gekommen sei. Andere Fälle hätten andererseits therapiert werden können. In der Praxis könnten Schnelltests gemacht werden, ob eine Blutgerinnungsstörung vorliegt. Die Kosten für eine entsprechende Therapie, die mehrere Wochen dauern kann, könnten über 300 Euro betragen, sagt Reinhild Kullen.

Keine Anzeige bei Stadt und Polizei

Jan Kullen kann allerdings nicht bestätigen, dass es in jüngst zu einer Häufung von Giftköder-Fällen gekommen ist. Die Hunde, die bei ihm in die Praxis kamen, kämen aus Meßkirch aber auch aus anderen Gemeinden. Auch Tierarzt Hermann Kettenacker aus Meßkirch stellt fest, dass es in jüngster Zeit zu keiner Häufung von Giftköder-Vorfällen gekommen ist. Auch wurde beim Ordnungsamt der Stadt kein Vergiftungsfall angezeigt. Manuela Stengele vom Ordnungsamt sagt, das Einzige, was die Stadtverwaltung in einem solchen Fall tun könnte, sei, einen entsprechenden Warnhinweis an Hundehalter über das Amtsblatt zu veröffentlichen oder an die Polizei zu verweisen. Bei der Polizei in Meßkirch wurde indes kein Fall einer Hundevergiftung bekannt. Die betroffene Hundehalterin aus Meßkirch, die jüngst ihren Vierbeiner verloren hat, stellt indes fest, dass eine Anzeige ihr ihren Hund auch nicht zurückbringen würde.

 

Die gesetzlichen Bestimmungen

So verhält es sich aus polizeilicher Sicht mit dem Thema Giftköder für Hunde:

Wie ein Beamter der Polizeihundeführerstaffel in Pfullendorf erläutert, ist nach dem Tierschutzgesetz das Auslegen eines Köders nicht strafbar, sofern der Giftköder nicht gefressen wird. Werde der Köder gefressen, sei die Tat nach dem Tierschutzgesetz verfolgbar. Allerdings müsse dann auch klar sein, dass mit dem Giftköder ein Hund das Ziel war und nicht etwa eine Ratte. Nach dem Strafgesetzbuch sei das Auslegen eines Giftköders eine versuchte Sachbeschädigung, die auch verfolgt werden könnte. Allerdings müsse auch hier eindeutig sein, dass der Köder für einen Hund und nicht für eine Ratte ausgelegt wurde. In der Realität würden diejenigen, die Giftköder auslegen so gut wie nie erwischt. Auch bei der Polizeihundeführerstaffel sei nicht bekannt, dass es in jüngster Zeit im Bereich Meßkirch zu Fällen kam, in denen Giftköder gezielt für Hunde ausgelegt wurden. (mos)