Wenn Bürger Hand in Hand gemeinsam an einem Projekt arbeiten, dann entsteht ein glanzvolles Produkt. In dieser Wertung waren sich die drei Redner beim offiziellen Festakt im frisch sanierten Feuerwehr- und Bürgerhaus im Stadtteil Ringgenbach einig. Am Sonntag nutzten zahlreiche Besucher aus der Gesamtstadt und dem Umland die Gelegenheit, sich beim „Tag der offenen Tür“ einen Eindruck vom neuen alten Bürgerhaus der Ringgenbacher zu verschaffen.

Bürger legen sich ehrenamtlich ins Zeug

Die derzeit 202 Bewohner der Täle-Gemeinde haben schon seit eh und je eine besondere Beziehung zu ihrem Bürgerhaus. Daran erinnerte Ortsvorsteher Harald Veeser in seiner Festansprache. Bereits beim Bau des Feuerwehrhauses mit Bürgersaal im Jahr 1978 legten sich die Dorfbewohner ehrenamtlich ins Zeug und leisteten einen erheblichen Anteil am Entstehen des damals 200.000 Mark teuren Bauwerks. 

Die Küchenhelferinnen vom Narren- und Kulturverein hatten bereits am Freitagabend in der neuen Küche des Bürgerhauses alle Hände voll zu tun (v.l.):Swantje Wenzel, Sandra Schlegel, Sandra Veeser, Nicole Herre, Carina Teyke und Zita Kuschlowski
Die Küchenhelferinnen vom Narren- und Kulturverein hatten bereits am Freitagabend in der neuen Küche des Bürgerhauses alle Hände voll zu tun (v.l.):Swantje Wenzel, Sandra Schlegel, Sandra Veeser, Nicole Herre, Carina Teyke und Zita Kuschlowski | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Diese Verbundenheit hat sich aus Sicht des Sprechers der Ortsverwaltung über die Jahrzehnte bis heute erhalten. Veeser machte dies an zwei Zahlen fest: „Seit dem Baubeginn am 25. Mai 2018 haben die Ringgenbacher 3 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.“ Dazu seien weitere 700 für die Stadt kostenlose Maschineneinsatzstunden gekommen. Der Kommunalpolitiker misst dem vollendeten Projekt eine starke symbolische Rolle zu. Er sprach von einer „Brücke zum Erfolg“ und stellte fest: „Wir haben die Zukunft Ringgenbachs selbst in die Hand genommen.“

Projekt nur möglich durch einmaligen Zusammenhalt

Bürgermeister Arne Zwick nahm diesen Faden in seinem Grußwort auf. Seiner Meinung nach handelt es sich bei dem sanierten und umgebauten Gebäude um ein „ambitioniertes Projekt“, das nur möglich gewesen sei, weil „die Ringgenbacher zusammen gehalten haben“. Der Verwaltungschef erinnerte an die bautechnischen Schwierigkeiten, die während der Sanierungsphase aufgetreten seien. Seiner Erfahrung nach gehöre das aber zur Instandhaltung älterer Bausubstanz. Trotz der Kostensteigerung von ursprünglich geplanten 500.000 auf tatsächlich fällige 630.000 Euro wertete Zwick das verwirklichte Ringgenbacher Vorhaben im Vergleich zur Schwimmbadsanierung als finanzielle „Punktlandung“.

Bürgermeister Arne Zwick (am Pult) sprach bei der Feierstunde den Ringgenbachern seine Anerkennung für den beim Bürgerhaus-Projekt gezeigten Gemeinschaftssinn aus.
Bürgermeister Arne Zwick (am Pult) sprach bei der Feierstunde den Ringgenbachern seine Anerkennung für den beim Bürgerhaus-Projekt gezeigten Gemeinschaftssinn aus. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Immer gute Stimmung auf der Baustelle

Mario Droxner war der zuständige Bauleiter. Der Bauexperte arbeitet beim städtischen Bauamt und ist gleichzeitig Abteilungsleiter der Ringgenbacher Feuerwehr. Droxner zeigte sich besonders davon beeindruckt, dass trotz des Zeitdrucks während der einjährigen Bauarbeiten immer eine „gute Stimmung“ auf der Baustelle geherrscht habe. Es sei dank der ehrenamtlichen Helfer „rund gegangen“ an den Arbeitstagen von 7 bis 23 Uhr.

Droxner würdigte ebenso wie Christian Droxner im Namen des Ortschaftsrates das intensive Engagement von Ortsvorsteher Veeser auf der Baustelle. Veeser wiederum stellte die Leistung von Matthias Schäfer für das Bürgerhaus heraus. Schäfer habe sich bei einem Unfall auf dem eigenen Grundstück verletzt. Weil er deswegen das Haus nicht verlassen kann, wurde ihm sein Anteil am Festessen ans Krankenlager gebracht.

Ortschaftsratsmitglied Christian Droxner (rechts) überreichte Ortsvorsteher Harald Veeser (links) als Anerkennung für dessen Einsatz während der Bauphase unter anderem ein Luftbild des Feuerwehr- und Bürgerhauses.
Ortschaftsratsmitglied Christian Droxner (rechts) überreichte Ortsvorsteher Harald Veeser (links) als Anerkennung für dessen Einsatz während der Bauphase unter anderem ein Luftbild des Feuerwehr- und Bürgerhauses. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter