Im Haus der Musik haben drei junge Musikerinnen aus Südkorea ein bezauberndes Konzert geboten und nach dem musikalischen Part eine kleine kulinarische Kostprobe aus ihrem Heimatland gegeben. Tomislav Baynov, Professor für Klavier an der Hochschule für Musik in Trossingen, stellte Chorong Hwang (Violine), GoEun Lee (Klavier) und MinJi Kim (Violoncello) vor und führte durch das Programm.

Alle drei Frauen sind Jahrgang 1988, wurden in Südkorea geboren und schlugen seit frühen Jahren eine ehrgeizige Musiklaufbahn ein, die sie mit Preisen auszeichnete. Kennengelernt haben sich die Musikerinnen, die mittlerweile auch in renommierten Orchestern in Europa und Südkorea spielen, aber erst in Trossingen in der Hochschule für Musik. In ihrem ersten Konzert als Trio im Haus der Musik, wo sie Waldemar Gorzawski herzlich begrüßte, fügte sich ihr Spiel so perfekt ineinander, dass die Zuhörer den Eindruck gewinnen konnten, als spielten sie bereits seit Jahren miteinander. Das Konzert-Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Clara Schumann, Robert Schumann und Sergej Rachmaninoff forderte musikalisch und körperlich einiges von ihnen ab.

Den Abend eröffnete die Violinistin Chorong Hwang mit der Bach-Partita Nr. 2 d-moll, die sie zugleich gefühlvoll und virtuos präsentierte. Seit 2014 spielt Hwang die zweite Violine im Orchester des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Darauf folgte das Piano-Trio Opus 17, das Clara Schumann 1846 komponiert hat. Es gehörte bereits zu Lebzeiten der Pianistin und Komponistin zu ihren bekanntesten Stücken. Die siebenfache Mutter schrieb es in einer familiär schwierigen Zeit. Die drei Musikerinnen im schönen Fachwerksaal des Hauses der Musik arbeiteten die verschiedenen Stimmungen des Werks gut heraus. Sie spielten die sanften Passagen äußert gefühlvoll, explodierten jedoch auch zu aufwühlenden Sequenzen. Die Zuhörer waren begeistert von dieser Darbietung.

Von Claras Ehemann Robert Schumann spielten die Cellistin MinJi Kim und die Pianistin GoEun Lee die Fantasiestücke Opus 73. Das Duo beeindruckte mit seinem expressiven und kraftvollen Spiel. Den Abschluss bildete ein Klavier-Solo von GoEun Lee mit dem Prelude Opus 23 von Rachmaninoff. Erstaunlich kraftvoll und dynamisch bewegten sich die zarten Finger der Pianistin über die Tasten. Alle drei Musikerinnen schienen vollkommen in die Musik versunken zu sein, mit feinem Gespür für die zarten Nuancen.

Nach dem Konzert wartete im Erdgeschoss ein kleines Büfett mit Kostproben der koreanischen Küche, die die Zuhörer gerne testeten. Yeeum Won erklärte den erstaunten Gästen, dass im koreanischen Sushi kaum Fisch zu finden ist und welche Zutaten es für das leckere Wok-Gericht brauchte. Ein rundum gelungener Abend auf Einladung der Akademie Alb-Bodensee.

 

Akademie Alb-Bodensee

Die Akademie Alb-Bodensee ist in Zusammenarbeit von Waldemar Gorzawski, dem Leiter des Hauses der Musik in Meßkirch, mit Professoren und Dozenten der Musikhochschule Trossingen sowie vielen Künstlern entstanden. In Vorträgen und Konzerten werden verschiedene Themen vorgestellt und vorwiegend jüngere Talente aus aller Welt präsentiert.

Informationen im Internet: www.akademie-bodensee.org