Gezeigt werden sollen die Spiele auf zwei Fernsehern und eigens für die Fußballweltmeisterschaft habe er einen neuen Fernseher mit einem zwei Meter breiten Bildschirm gekauft. Zunächst habe er vorgehabt, das Public Viewing noch eine Nummer größer aufzuziehen und eine Leinwand in Frankfurt für die Weltmeisterschaft reserviert. Doch seitens der Stadtverwaltung habe es dafür keine Genehmigung gegeben. Bürgermeister Arne Zwick sagt, dass die Hauptstraße nicht für vier Wochen hätte gesperrt werden können und stellt die Frage, ob es für die Spiele ohne deutsche Beteiligung ein so großes Interesse gegeben hätte, um eine solche Sperrung zu rechtfertigen. Zwar sei es richtig, dass in Zukunft die Hauptstraße einmal für den Verkehr gesperrt werden sollte im Rahmen einer neuen Verkehrskonzeption, doch wenn die einmal in Kraft ist, dann werde die Straße ja auch nicht die ganze Woche rund um die Uhr gesperrt sein.

Bei der kommenden Fußballweltmeisterschaft sei es nun so, dass Hofmann und seine Mitstreiter eben nach den Spielen mit deutscher Beteiligung die Bestuhlung auf der Straße wieder abbauen müsse. Und für den Stadtfestsamstag, an dem um den dritten Platz bei dem Wettbewerb gekickt wird, müsse der Wirt darauf aufpassen, erst dann zu stuhlen, wenn die Teilnehmer des Stadtlaufs an dem Wirtshaus vorbei sind. Denn schließlich führe die neue Stadtlaufstrecke in diesem Jahr am Grünen Baum vorbei in die Hauptstraße.

Auch seitens der Stadt, heißt es auf Nachfrage bei der Touristinformation, habe es die Überlegung gegeben, zur Weltmeisterschaft, deren Finale in diesem Jahr auf das Stadtfest fällt, etwas auf die Beine zu stellen in Sachen Public Viewing. Aber unterm Strich sei das dann eine Frage des Budgets und der Kosten gewesen, stellt Jennifer Werner, Leiterin der Touristinformation fest. Und sie zählt auf: Eine LED-Leinwand hätte mit 5000 Euro zu Buche geschlagen, der notwendige Techniker zur Betreuung der Anlage hätte 1000 Euro pro Tag gekostet und hinzugekommen wären die Kosten für Licht und Ton. Zusätzlich hätte die Stadt 1000 US-Dollar an die Fifa an Lizenzgebühren bezahlen müssen und auch eine Gema-Gebühr hätte bezahlt werden müssen sowie ein Sicherheitsdienst engagiert.

"Unterm Strich wären das Kosten in Höhe von etwa 10 000 Euro für ein Wochenende gewesen", stellt Werner fest. Und zum Vergleich sagt sie: Bei einer vorherigen Weltmeisterschaft hätte die Stadtverwaltung von Singen am Hohentwiel für die Übertragung aller Spiele mit deutscher Beteiligung bei einem Public Viewing vor dem Rathaus rund 50 000 Euro bezahlen müssen.

Grüner Baum-Wirt Hofmann sagt auf Nachfrage, dass er zwischen 1800 und 2500 Euro an Gema-Gebühren hätten bezahlen müssen, wenn er seinen ursprünglichen Plan mit einer Leinwand in der Hauptstraße in die Tat umgesetzt hätte. Da er bereits Sky-Kunde sei und die Übertragung über Fernseher nun billiger kommt, als die Übertragung auf einer großen Leinwand, müsse er an Gema-Gebühren nun rund 100 Euro berappen und was er an Lizenzgebühren an die Fifa zahlen muss, das wisse er noch nicht.

Die mit einem Public Viewing verbundenen Ausgaben sind es dabei auch, die Vereinsvertreter in der Region davor zurückschrecken ließen, die Spiele mit deutscher Beteiligung öffentlich zu zeigen. "Das rechnet sich einfach nicht", sagt Mike Mutscheller, Vorstand des SV Meßkirch. So hätten sich auch die Veranstalter des Sommerfestes in der Kiesgrube bei Rohrdorf am kommenden Wochenende dagegen entschieden, im öffentlichen Rahmen eine Übertragung der Fußballweltmeisterschaft anzubieten.

Gegen eine öffentliche Übertragung von Partien der Weltmeisterschaft, so ist auf Nachfrage zu hören, habe man sich auch beim Meßkircher Café Brecht in Meßkirch entschieden. In vergangenen Jahren war dort bei Fußballweltmeisterschaften eine öffentliche Übertragung in der Gasse hinter dem Café angeboten worden.

 

"Eine Klasse im Fußballfieber"

Die Vorfreude auf den Beginn der Fußballweltmeisterschaft macht sich derzeit auch an den Schulen breit.

Doris Schatz, Lehrerin an der Meßkircher Conradin Kreutzer Grund- und Werkrealschule, kam so gestern Vormittag in die Lokalredaktion Meßkirch, um für die Schüler ihrer dritten Klasse Spielpläne und die SÜDKURIER-Sonderveröffentlichung zur Fußballweltmeisterschaft vom gestrigen Dienstag abzuholen. Darin könnten sie dann unter anderem nachlesen, wie Bundestrainer Joachim Löw das bisher nicht dagewesene schaffen und den Titel verteidigen möchte. "Die Kinder sind schon ganz heiß auf die Fußballweltmeisterschaft", berichtet sie und sagt, dass sie auch ihren Unterricht ab Ende des Monats bis hin zum Endspiel aus diesem Grund ganz auf das Thema Fußball abstimmen wolle. So gebe es im Fach Musik einen Fußballrap, in Deutsch gebe es Geschichten rund um das Thema Fußball, zu denen die Schüler im Anschluss auch Fragen beantworten müssten und im Fach Mathematik werde es, sobald es auf das Finale der Weltmeisterschaft zugeht, um Kombinationsmöglichkeiten beim Aufstellen einer Fußballer-Elf gehen. Und auch die Klassenlektüre laute in dieser Zeit aus naheliegenden Gründen "Eine Klasse im Fußballfieber". (mos)