Ob Spaghetti Bolognese, eine Pizza am Abend oder ein schnelles Eis in der Waffeltüte an einem heißen Sommertag: Für all das ist das Eiscafé und die Pizzeria "Etna" in der Meßkircher Hauptstraße seit 20 Jahren eine bei vielen Stammkunden beliebte Anlaufstelle. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, wenn zum Jahresanfang ein neuer Betreiber im "Etna" anfängt. Doch um es vorweg zu sagen: Es bleibt alles in der Familie. Die gute Tradition der vergangenen zwei Jahrzehnte soll erhalten bleiben. Davon jedenfalls ist Maria Maraponte überzeugt. Die 58-Jährige betreibt das "Etna" zusammen mit ihrem Ehemann Illuminato Maraponte sowie ihrem Bruder Salvatore Ciadamidaro und dessen Frau Roswitha Ciadamidaro. Nachfolger wird der Neffe Alessandro Ciadamidaro. Der neue "Etna"-Chef betreibt bisher zusammen mit seiner Gattin Renate Ciadamidaro die Pizzeria im ehemaligen Schnerkinger Rathaus. Maria Maraponte erklärt zum künftigen Status: "Mein Neffe und seine Frau sind bei uns Pächter, die wir auf Wunsch unterstützen."

Die Pizzeria "Etna" in der Meßkircher Hauptstraße bleibt auch unter dem neuen Pächter in Familienhand.
Die Pizzeria "Etna" in der Meßkircher Hauptstraße bleibt auch unter dem neuen Pächter in Familienhand. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Vom Arbeiter zum Gastronom

Genau an diesem Punkt schließt sich der Kreis zur Entstehung des "Etna" vor genau zwei Jahrzehnten, im Jahre 1998. Die Wirtin berichtet: "Für meinen Mann, meinen Bruder, meine Schwägerin und mich war die Gastronomie damals völliges Neuland. Ohne Zusammenhalt in der Familie hätten wir es nie geschafft." Gemeinsam mit ihrer Familie kam die Frau, die sagt, dass sie sich heute als "echte Meßkircherin" fühlt, 1970 aus Sizilien in die Heidegger-Stadt. Das Kochen lernte sie von ihrer Mutter. Der Bruder absolvierte eine Handwerker-Ausbildung und heiratete 1987 seine heutige Frau. Sie hatte als Textilverkäuferin auch nichts mit der Gastronomie zu tun. Maria Marapontes Mann Illuminato war damals ebenfalls Arbeiter. Er und ihr Bruder seien in den 90er Jahren auf die Idee gekommen, in Meßkirch das erste Eiscafé zu eröffnen, erzählt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Abriss und Neubau

Am Anfang stand die Suche nach einem geeigneten Standort. "Wir kauften damals das alte Haus der ehemaligen Drogerie 'Kroma'. Weil die Bausubstanz zu schlecht war, mussten wir das Gebäude abbrechen und neu bauen", erinnert sich Maria Maraponte. Wie können sich das zwei Arbeiter leisten? Das fragten sich damals auch die Sicherheitsbehörden. "Wir wurden gefragt, ob wir Geld von der Mafia bekommen. Ich sagte den Beamten, sie könnten alles kontrollieren." Die Polizisten hätten dann auch kontrolliert und keinerlei Hinweise gefunden. Seither sei der Verdacht auf Mafia-Gelder verschwunden. Die Wirtin unterstreicht: "Wir haben alles mit sehr viel Arbeit und Mühe selbst aufgebaut."

Das könnte Sie auch interessieren

Hilfe vom Fachmann

Das Gebäude war das eine. Kochen und eine Gastwirtschaft führen das andere. Ein Fachmann aus Mailand kam für einige Wochen nach Meßkirch und zeigte den jungen Gastronomen die wichtigen Tricks und Kniffe in der Küche und bei der Eisherstellung. "Das war alles, danach mussten wir auf eigenen Beinen stehen", erzählt Maria Maraponte. Der Bruder schulte sich in Sachen Buchführung und Steuerrecht. Illuminato Maraponte übernahm das Regiment in der Küche. Die beiden Frauen kümmerten sich fortan um den Gästeservice – mit offensichtlichem Erfolg. Für viele Gruppen, Vereine, und Stammgäste ist das "Etna" zur gastronomischen Heimat geworden.