„Sahnestückchen“ für 150 Euro pro Quadratmeter sind die geplanten 23 Bauplätze am Hauptbühl in der Meßkircher Innenstadt. So jedenfalls haben Verwaltung und Gemeinderat die Festsetzung des Baulandpreises in diesem Neubaugebiet begründet. Im Gemeinderat wurde in der jüngsten Sitzung rege darüber diskutiert, ob dieser Preis familienfreundlich sei.

Diskussion um Familienfreundlichkeit der Preise

Schließlich einigte sich das Gremium auf Antrag von Karl-Heinz Thoma (CDU) und Hans-Jörg Kraus (FWV), als Ausgleich die kommunale Kinderförderung für Eltern zu erhöhen, die einen Bauplatz kaufen wollen. Zunächst hatte Kraus die Erhöhung der bisher schon von der Stadt pro Kind gewährten 1000 auf 1500 Euro beantragt. Thoma legte nach und beantragte die Anhebung auf 2000 Euro.

KfW-40-Zuschuss wird gestrichen

Bestandteil des Beschlusses ist auch die Streichung des KfW-40-Zuschusses von 10 Euro pro Quadratmeter Bauplatz. Dieser Zuschuss für besonders energieeffizientes Bauen ist aus kommunaler Sicht nicht sinnvoll. Bürgermeister Arne Zwick argumentierte: „Die weitere Förderung könnte der Stadt einen zu hohen Förderbetrag abverlangen.“ Außerdem spreche die energetische Gesamtbilanz der KfW-40-Bauweise aus Sicht der Stadtverwaltung ebenfalls gegen eine weitere kommunale Förderung. Zwick begründete diese Haltung mit der Feststellung, es habe wenig Sinn, in einen Neubau durch die Vielzahl von Dämmmaterialien mehr Energie zu stecken, als während der gesamten Nutzungsdauer des Gebäudes eingespart werde.

Im Kapellenösch, einem Neubaugebiet am Ortsrand von Igelswies, kostet der Quadratmeter 69 Euro. Es sind die preisgünstigsten Bauplätze im Eigentum der Stadt. Einige Plätze sind noch frei.
Im Kapellenösch, einem Neubaugebiet am Ortsrand von Igelswies, kostet der Quadratmeter 69 Euro. Es sind die preisgünstigsten Bauplätze im Eigentum der Stadt. Einige Plätze sind noch frei. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Thomas Nuding will Förderung beibehalten

Damit wandte sich der Bürgermeister gegen die Überzeugung von Thomas Nuding. Der FWV-Stadtrat hatte sich deutlich für die Fortsetzung der KfW-40-Förderung ausgesprochen. Sein Argument, jeder Bauherr solle selbst entscheiden können, konnte weder den Bürgermeister noch das Gremium überzeugen. Nuding kündigte an, bei einer Streichung der Förderung dem Gesamtvorschlag der Verwaltung nicht zuzustimmen.

Bix kritisiert Höhe der Bauplatzpreise

Die Diskussion um den Baulandpreis eröffnete Insa Bix. Die Christdemokratin hält 150 Euro gerade für junge Familien mit Kindern für zu hoch. Bix beantragte die Reduzierung auf 135 Euro und schlug zur Gegenfinanzierung den Rückgriff auf die eingesparten Fördermittel vor. Sie stellte die Frage in den Raum: „Wollen wir kinderreiche Familien oder reiche Schweizer?“

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Höhere Erschließungskosten durch Hanglage

Arne Zwick rechtfertigte den Baulandpreis mit den hohen Erschließungskosten in der Hanglage. Jürgen Alber (CDU) erinnerte an den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, wonach alle Bauplatzpreise in der Gesamtstadt kostendeckend zu berechnen seien. Der Rathauschef erinnerte daran, dass es in Meßkirch noch Bauplätze für 69 und 120 Euro pro Quadratmeter gebe. Damit hätten auch Bauherrn mit kleinerem Geldbeutel und kleinerer Familie eine Möglichkeit, zu einem Eigenheim zu kommen.

Das Baugebiet Igelswieser Weg liegt zwischen der Stadthalle und der Umgehungsstraße. Für 120 Euro pro Quadratmeter ist hier das Bauland zu haben. Fünf Plätze sind noch nicht verkauft.
Das Baugebiet Igelswieser Weg liegt zwischen der Stadthalle und der Umgehungsstraße. Für 120 Euro pro Quadratmeter ist hier das Bauland zu haben. Fünf Plätze sind noch nicht verkauft. | Bild: Hermann-Peter Steimmüller

Unterstützung erhielt Insa Bix von Angela Andres (SPD). Die Sozialdemokratin teilte die Kritik am hohen Bauplatzpreis, verwies aber darauf, dass nicht alle Eltern mit kleinem Einkommen ein Haus bauen könnten. Andres schlug deshalb vor, auf die im weiteren Verlauf der Sitzung beschlossene Anhebung der Kindergartengebühren zu verzichten.

Zwick: Stadt investiert Millionen in Kinderbetreuung

Arne Zwick wollte den aufkeimenden Eindruck, Meßkirch sei nicht kinderfreundlich, nicht akzeptieren. „Wir stecken bei rund 15 Prozent Kostendeckung Millionen in die Kinderbetreuung.“ Die Stadt verfüge über alle wichtigen Schultypen. Die Kindergärten und Krippen seien von hoher Qualität. In die Reihe kinderfreundlicher kommunaler Maßnahmen nahm Zwick auch das Hallenbad auf, das gegenwärtig für 2 Millionen Euro saniert werde.