Margot Gommeringer von der Flüchtlingshilfe Meßkirch hatte gestern Grund zum Strahlen. Die Firma Oschwald hat für die Kleiderkammer in der Flüchtlingsunterkunft in der Bahnhofstraße ein Aufhängesystem aus Metall kostenlos entworfen, zugeschnitten und installiert. Margot Gommeringer wohnt zwar in Pfullendorf, war jedoch 35 Jahre lang Schulsekretärin im Martin-Heidegger-Gymnasium.

Deshalb engagiert sich die Seniorin in der Flüchtlingshilfe in Meßkirch und ist für die Kleiderkammer verantwortlich. In den vergangenen drei Monaten war die Kleiderkammer in der Kanalgasse untergebracht. Die Räumlichkeiten hatte die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Dort hingen die gespendeten Kleidungsstücke an Aufhängevorrichtungen, die Christel Jusa von der Kinderkleiderbörse in Rohrdorf leihweise zur Verfügung gestellt hatte. Gommeringer: „Diese Ständer mussten wir natürlich zurückgeben.“

Um Ersatz zu beschaffen, veröffentlichte die Flüchtlingshilfe einen Aufruf auf ihrer Homepage. Dadurch wurde Anton Oschwald, Geschäftsführer der Metallbaufirma Oschwald, auf das Problem aufmerksam. Sohn Thomas Oschwald plante das Aufhängesystem passgenau für den großen Kellerraum, der der Flüchtlingshilfe in der Asylbewerberunterkunft für die Kleiderkammer zur Verfügung steht. Das Lehrlingsteam der Firma Oschwald schnitt die entsprechenden Metallteile nach dem Plan des Junior-Chefs zu. Unter den Auszubildenden sind auch Spanier. Gommeringer: „Für Oschwald war es offenkundig eine Herzenssache, dass sich seine deutschen Azubis und die zwei Azubis aus Spanien für die Flüchtlinge in Meßkirch engagieren. Er schrieb, das sei ein Azubi-Projekt, mit dem die Eigenverantwortung und die politischen und sozialen Sichtweisen geschärft werden sollen.“

Am Mittwochnachmittag war es soweit. Auf dem Firmentransporter wurden die vorgefertigten Metallteile angeliefert. Nachdem alles in den Keller transportiert worden war, war es Aufgabe von Thomas Oschwald und Konstantin Rebholz, die Einzelteile fachgerecht zu montieren.

Die Flüchtlingshilfe hat im Keller der Asylbewerberunterkunft zwei Räumlichkeiten. Im größeren wird jetzt die Kleiderkammer eingerichtet. Im kleineren Keller werden Textilien in Kisten und Schachteln aufbewahrt. Die Firma Fistro aus Walbertsweiler stellte die dafür notwendigen Regale ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

 

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