Wenn es brennt, dann muss alles sehr schnell gehen bei der Feuerwehr. Damit die Feuerwehrmänner und -frauen allzeit auf Zack sind, muss der Ernstfall regelmäßig trainiert werden. Die vier Hauptaufgaben – bergen, retten, löschen und schützen – wurden in Meßkirch am vergangenen Samstag bei der Jahreshauptübung vor Publikum gezeigt. Nachdem die Jugendfeuerwehr ihre Übung auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses erfolgreich absolviert hatte, wurde für die aktive Mannschaft der Brand eines Gebäudes mit vermissten Personen simuliert.

Einsatzleiter Tobias Lump (links) und Gruppenführer Benjamin Lang hatten die Löscharbeiten der rund 30 an der Jahreshauptübung beteiligten Feuerwehrleute genau im Blick.
Einsatzleiter Tobias Lump (links) und Gruppenführer Benjamin Lang hatten die Löscharbeiten der rund 30 an der Jahreshauptübung beteiligten Feuerwehrleute genau im Blick. | Bild: Christl Eberlein

Arbeiter werden noch vermisst

„B3“ wird diese Art von Einsatz kurz genannt. Die genaue Übungssituation lautete: „Bei laufenden Renovierungen im Gebäude wurde durch Schweißarbeiten ein Brand verursacht. Zwei bis drei Arbeiter, die aktuell auf der Baustelle tätig sind, werden noch im Gebäude vermutet.“ Der Übungsbereich war der Altbau des Alten-und Pflegeheims Spital von Meßkirch in der Ziegelbühlstraße. „Wenn es um einen Brand mit vermissten Personen geht, sind auch die Kameraden besonders gefährdet“, erklärte Kommandant Theodor Füßinger. Das Leben der Menschen zu retten, die sich vielleicht noch im Gebäude befinden, habe absolute Priorität, ergänzte er.

Unter Einsatz der Drehleiter wurde bei der Schauübung am alten Spital eine Person aus dem ersten Stock des Gebäudes geborgen. Im Ernstfall erreichen die Helfer mit der Leiter eine Höhe von bis zu 30 Metern.
Unter Einsatz der Drehleiter wurde bei der Schauübung am alten Spital eine Person aus dem ersten Stock des Gebäudes geborgen. Im Ernstfall erreichen die Helfer mit der Leiter eine Höhe von bis zu 30 Metern. | Bild: Christl Eberlein

„Menschenleben retten“

Und exakt dieses Szenario sei der Schwerpunkt der Übung gewesen. Die speziell ausgerüsteten Feuerwehrkameraden mit Atemschutzausbildung erkundeten zuerst die Räume des dreigeschossigen Hauses. Drei Personen waren es, die die 30 beteiligten Aktiven aus dem Altbau des Seniorenheims holen mussten, bevor die Löscharbeiten beginnen konnten. Dabei kam unter anderem die Drehleiter zum Einsatz. Bis in 30 Meter schwindelnde Höhen können Retter mit der Drehleiter gelangen. So hoch war der erste Stock des Übungsgebäudes nicht, die Handlungen, die bei den Helfern wie im Schlaf sitzen müssen, sind jedoch in jeder Höhe dieselben. Während der Sanitätstrupp die drei Geborgenen versorgte, machten sich die übrigen Feuerwehrleute an die Löscharbeiten. Auch dabei wurde die Drehleiter benötigt, um das Gebäude flächendeckend von oben zu löschen.

Die Jungen und Mädchen der Freiwilligen Feuerwehr Meßkirch machten den Anfang bei der Jahreshauptübung am Samstag. Sie meisterten souverän die ihnen gestellte Aufgabe.
Die Jungen und Mädchen der Freiwilligen Feuerwehr Meßkirch machten den Anfang bei der Jahreshauptübung am Samstag. Sie meisterten souverän die ihnen gestellte Aufgabe. | Bild: Christl Eberlein

Jugendfeuerwehr ist mit dabei

Auf das feuerbekämpfende Nass wurde bei der Schauübung allerdings verzichtet. „Es ist für die Kameraden beruhigend, wenn keine vermissten oder verletzten Menschen mehr beteiligt sind“, sagte Kommandant Füßinger. „Die Löscharbeiten selbst sind dann oft Routine.“ Das ist das Ergebnis der regelmäßigen Übungen. Zwei pro Monat muss jedes aktive Mitglied der Feuerwehr absolvieren, um für die unterschiedlichen Einsätze gewappnet zu sein. In 2019 rückte die Meßkircher Wehr bisher 97 Mal aus.

Im Ernstfall muss alles ganz schnell gehen. Bei einem Szenario, wie bei der Schauübung am vergangenen Samstag, ist die Einsatzleitung am schnellsten vorort.
Im Ernstfall muss alles ganz schnell gehen. Bei einem Szenario, wie bei der Schauübung am vergangenen Samstag, ist die Einsatzleitung am schnellsten vorort. | Bild: Christl Eberlein

Mit Engagement dabei

Die Freiwillige Feuerwehr von Meßkirch hat zur Zeit rund 180 engagierte, aktive Mitglieder in den fünf Abteilungen Stadt Meßkirch, Dietershofen-Ringgenbach, Langenhart, Rohrdorf und Heudorf. Auch vier Feuerwehrfrauen sind dabei. Über 20 Jungen und Mädchen gehören der Jugendfeuerwehr in Meßkirch an. Im Turnus von zwei Mal monatlich ist eine Probe für die Wehrleute angesetzt, wobei unterschiedliche Einsatzszenarien trainiert werden. Das Kommando über die Gesamtwehr hat Kommandant Theodor Füßinger. Zur Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr von Meßkirch zählen insgesamt zehn Fahrzeuge, darunter die Drehleiter, mehrere Löschgruppenfahrzeuge, das Kommandofahrzeug und der Einsatzleitwagen, die bei der Jahreshauptübung zu sehen waren.