Mit Spannung wurde Ende April dieses Jahres der nächste Versuch erwartet, eine frühmittelalterliche Bronzeglocke auf dem Campus Galli-Gelände zu gießen, und tatsächlich gelang die Unternehmung dann auch.

Im Anschluss hatte der Kunstgießer und Archäologe Bastian Asmus die Glocke dann über die Sommermonate hinweg mit in seine Werkstatt mitgenommen, um sie dort in Ruhe säubern und polieren zu können und um die Angüsse zu entfernen.

Bei der Arbeit.
Bei der Arbeit. | Bild: Campus Galli

Nun ist die Glocke fertig und soll ab dem kommenden Samstag, 13. Oktober, auf dem Campus Galli-Gelände gezeigt werden. "Während der Öffnungszeiten kann die Glocke nun aus allernächster Nähe betrachtet werden, bevor sie Ende Oktober dann ihren endgültigen Platz in einem kleinen Glockenturm bekommt, an dem momentan gebaut wird", teilt der Verein karolingische Klosterstadt mit. In der Zwischenzeit solle auch noch der Glockenklöppel geschmiedet werden, für den das Eisen auf dem Klosterstadt-Gelände selbst verhüttet wurde.

Turm ist nicht zugänglich

Wenn alles gelingt wie geplant, werde die Glocke am Freitag, 26. Oktober, in sechs Metern Höhe im Glockenturm aufgehängt und zum ersten Mal geläutet. Der Turm werde für Besucher aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich sein, weshalb die nächsten zwei Wochen die einzige Möglichkeit böten, die Glocke einmal aus direkter Nähe zu sehen. Je nach Wetter werde sie am Abbundplatz oder in einer der angrenzenden Werkstätten ausgestellt sein.

Der Guss.
Der Guss. | Bild: Campus Galli

Bereits 2016 und 2017 hatte es Versuche gegeben, eine Glocke zu gießen. Campus Galli-Geschäftsführer Hannes Napierala hatte sich von den Fehlversuchen nicht beirren lassen und angekündigt, an dem Thema Bronzeguss dran bleiben zu wollen und auch an der Fragestellung, wie ein mittelalterlicher Ofen funktioniert. Ofenbauer Bastian Asmus, der einen Doktortitel in Archäologie hält, hatte mehrere Wochen lang die Glockengussform hergestellt und war immer wieder von Freiburg nach Meßkirch gependelt, um die Vorbereitungen für die Guss-Versuche zu treffen. Bei den Fehlschlägen konnte die Gussform erhalten werden.