Der Violinist Michael Grube war zum dritten Mal zu Gast im Haus der Musik gegenüber der Meßkircher St.-Martinskirche. Dort bot er den Zuhörern ein virtuoses Konzert unter dem Thema „Unsterbliche Violinwerke aus vier Jahrhunderten“.

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„Wir freuen uns immer, wenn Professor Michael Grube auf seiner Tour durch die Schweiz und Süddeutschland Station bei uns macht“, betonte Waldemar Gorzawski, Leiter des Hauses der Musik. „Das Programm habe ich mit Herz und Liebe zusammengestellt“, beschrieb der bekannte Violinist, der in Überlingen geboren wurde und in Quito/Ecuador lebt, die Auswahl des Abends.

Einführende Worte zu den Stücken

Fast zu jeder Komposition sprach er einige einführende Worte, nicht hingegen zu Niccolo Paganinis Caprice Nr. 13 und Johann Sebastian Bachs Sonate Nr. 1 g-moll. Diese Stücke seien so fantastisch und überirdisch, dass er darüber nichts sagen wolle. In Anbetracht des virtuosen Spiels und der bis zur Vollendung ausgereiften Stücke hätte jede Form der verbalen Beschreibung kapitulieren müssen. Technisch gehören die Capricen Paganinis zu dem Schwierigsten, was für die Geige komponiert wurde, doch Michael Grube lebte darin auf und arbeitete den Charakter der Nr. 13, auch „Teufelslachen“ genannt, feinsinnig und sensibel heraus – als stünde dem Interpret ein Teufelslachen zu, wenn es ihm gelingt, die Seele der Komposition zu Gehör zu bringen.

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Den Auftakt widmete Michael Grube einem Komponisten, den er ebenfalls sehr verehrt: Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704). „Er hat alle Komponisten nach ihm beeinflusst“, beschrieb Grube. Allerdings seien seine eigenen Kompositionen in Vergessenheit geraten. Erst Max Rostal (1905-1991), Grubes Lehrer, habe ihn wiederentdeckt.

Reise durch die Jahrhunderte

Der Violinist spielte auf seiner Geige aus der Werkstatt der Amati-Dynastie in Cremona, von Nicola Amati (1596-1684) gebaut, eine Sonate seines Vaters Max-Ludwig Grube (1925-1994). Sein Vater hätte solide Musik komponiert in der schönsten Tradition und dabei seine Liebe zur Musik ausgedrückt. Nach einer Auswahl von sieben Stücken, mit denen das Publikum in Meßkirch eine reizvolle Reise durch die Jahrhunderte unternehmen durfte, präsentierte Michael Grube noch zwei charmante Zugaben. „Die Biene“ von Franz Schubert sowie das Prelude Nr. 6 des belgischen Komponisten Eugène Ysaye. Es habe das Prädikat „besonders wertvoll“, sagte Grube mit einem Lächeln. Er ließ sein Publikum spüren, wie sehr er mit seiner Geige eine Einheit bildet.