Großes Stühlerücken am Dienstag im Gemeindeparlament der Heidegger-Stadt. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates konnte Bürgermeister Arne Zwick zehn neue Mandatsträger begrüßen. Neun bisher amtierende Gemeinderäte wurden aus dem Gremium verabschiedet. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurden Ausschüsse neu besetzt und die drei Bürgermeister-Stellvertreter gewählt.

In seiner Begrüßungsrede erwähnte Zwick die AfD zwar nicht namentlich. Allerdings verstanden alle Zuhörer, wer gemeint war, als der Bürgermeister erklärte, er schätze es positiv, dass nur Fraktionen und Gruppen im Rat vertreten seien, „die auf dem Boden der Demokratie“ stünden.

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Besetzung von Ausschüssen und Positionen

Die meisten Ausschüsse und Positionen konnten dank interfraktioneller Vereinbarungen recht unkompliziert besetzt werden. Eine Ausnahme war die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister. Die Fraktionen hatten sich auf Insa Bix (CDU) als erste Stellvertreterin und Helmut Weißhaupt (Grüne) als zweiten Stellvertreter des Rathauschefs geeinigt. Um den dritten Stellvertreterposten bemühten sich drei Ratsmitglieder – der Christdemokrat Thomas Schlude, der Sozialdemokrat Rüdiger Hillenbrand und Joachim Bach von den Freien Wählern.

Im ersten Wahlgang konnte keiner der drei Kandidaten die erforderliche Mehrheit von elf Stimmen auf sich vereinigen. Für Schlude entschieden sich zehn Ratsmitglieder, für Bach votierten acht Räte und Hillenbrand wurde von zwei Ratsmitgliedern gewählt. Die Stichwahl zwischen Schlude und Bach brachte mit zehn zu zehn Stimmen ebenfalls kein Ergebnis. Das Los brachte die Entscheidung für Joachim Bach.

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Wahl muss wegen Formfehler verschoben werden

Auch bei der Besetzung der Ausschussposten für den Industriepark Nördlicher Bodensee musste das Los entscheiden. Insa Bix erhielt die erforderliche Stimmenzahl. Auf Joachim Bach und Angela Andres entfielen jeweils fünf Stimmen. Das Los verhalf der grünen Ärztin zu einem Sitz in diesem Gremium. Die Wahl der drei Delegierten des Gemeinderates für den Stiftungsrat musste wegen eines Formfehlers verschoben werden.

In den Vorgesprächen waren die Verwaltung und die Fraktionen von vier Sitzen ausgegangen. Weil der vierte Sitz aber dem Bürgermeister vorbehalten ist, müssen sich die Ratsmitglieder jetzt auf die Besetzung eines Delegierten-Trios einigen. Ebenfalls verschoben ist die Entscheidung über die Beteiligung der Stadtvertreter an den beiden Wasser-Zweckverbänden. In diesem Fall soll zuerst die Wahl und Bestätigung der Ortsvorsteher abgewartet werden.

Arne Zwick (links) verabschiedete neun Gemeinderatsmitglieder (vordere Reihe von links): Patricia Hutla, Ewald Guggemos, Erich Bauer und Karl-Heinz Thoma, hintere Reihe von links Jürgen Fecht, Armin Gmeiner, Hans-Jörg Kraus, Klaus-Peter Schmittem und Christa Golz.
Arne Zwick (links) verabschiedete neun Gemeinderatsmitglieder (vordere Reihe von links): Patricia Hutla, Ewald Guggemos, Erich Bauer und Karl-Heinz Thoma, hintere Reihe von links Jürgen Fecht, Armin Gmeiner, Hans-Jörg Kraus, Klaus-Peter Schmittem und Christa Golz. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Dank an ausscheidende Gemeinderäte

Für die ausscheidenden Räte ergriff Karl-Heinz Thoma das Wort. Der Christdemokrat gehörte dem Gremium seit 1994 an. Im Rückblick auf diese 25 Jahre zeigte sich Thoma mit dem Erreichten zufrieden. Zusammenfassend meinte er: „Es war eine tolle Zeit für mich.“ In all den Jahren habe es im Gemeinderat trotz teilweise intensiver Diskussionen immer ein faires Miteinander gegeben. Im Namen der Freien Wähler dankte Joachim Bach. Er würdigte ebenfalls das stets im Rat herrschende „konstruktive Miteinander“.