Der Zuschauerraum war etwa zur Hälfte gefüllt, als das Licht für die Schauspieler anging und die rund 80-minütige Aufführung begann – mit dem Lied, dem das Stück seinen Namen verdankt. Die Akteure spielten eine Theatertruppe, deren Mitglieder unterschiedlicher kaum sein könnten.

Die Komödie „Der Hahn ist tot“ hat Regisseurin Lilo Braun geschrieben.
Die Komödie „Der Hahn ist tot“ hat Regisseurin Lilo Braun geschrieben. | Bild: Christl Eberlein

Mit den Beschreibungen der einzelnen Charaktere ist der Autorin des Stückes ein Querschnitt durch die Gesellschaft gelungen: vom eitlen Regisseur, dessen Glanzzeiten es eigentlich nie gegeben hat, über die einsame ältere Dame, die sich stets freundlich zeigt, in der es aber brodelt und kocht, bis hin zur alleinerziehenden Mutter von drei Kindern, der alles zu viel ist und die sich nach mehr sehnt als nur Pausenbrot und Elternabend.

Autorin und Regisseurin Lilo Braun
Autorin und Regisseurin Lilo Braun | Bild: Christl Eberlein

Doch die vollkommen unterschiedlichen Charaktere haben alle eines gemeinsam: Sie haben Sehnsüchte und Wünsche, die sie im Rahmen der Theatergruppe ausleben möchten.

Akteure haben unterschiedliche Motive und Ziele

Doch von Anfang an lässt sich erahnen, dass das nicht leicht umzusetzen sein wird – zum Amüsement des Publikums. Während die eine davon träumt, eine schöne und anmutige Prinzessin zu sein, ist der anderen alles zu banal und vulgär. Eine Dritte schwelgt in ihrer Liebe zum Regisseur, wird jedoch von diesem verschmäht, und der einzige männliche Darsteller in der Gruppe hofft auf die Erfüllung einer sexuellen Fantasie.

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„Creative Team“ erteilt Regisseur eine Lektion

Und darum geht es konkret: In einer Vorbesprechung teilt Regisseur Erasmus (Ewald Scherer) mit, dass er den Odysseus inszenieren will. Sofort gibt es von allen Mitgliedern der Theatergruppe (Tanja Böttinger, Anja Netzer, Diana Gerster, Waltraud Schwägler, Corinna Sievert, Ulrike Möller, Irmgard Kraul, Maria Kiamilidis, Michael Rau-Kiamilidis) Ideen. Die entsprechen allerdings allesamt überhaupt nicht dem, was sich der Regisseur für die Umsetzung des klassischen Dramas wünscht. Aber er hat die Rechnung eben ohne seine Darsteller gemacht. Sein „Creative Team“ erteilt dem eitlen Gockel eine Lektion, die er so schnell nicht vergessen wird.

Lilo Braun über „Stoffwechsel„

Alle Mitglieder von „Stoffwechsel„ glänzten in ihren Rollen. „Es ist ein bisschen so, als habe Lilo jedem von uns die Rolle auf den Leib geschrieben“, sagte Tanja Böttinger, die die Rolle der „Chantalle“ spielte. Dass sich die Darsteller in ihren Rollen wohlfühlten, dürfte auch dem Publikum nicht entgangen sein.

Mit Bravour überzeugten die Laiendarsteller sowohl als Gruppe als auch jeder für sich. Obwohl sie erst seit 2017 gemeinsam auf der Bühne stehen, machte es den Eindruck, als seien sie bereits seit Langem ein eingespieltes Team.

Publikum spendet viel Applaus

Das Publikum war sichtlich begeistert von dem Auftritt und honorierte den unterhaltsamen und amüsanten Abend im Schlosskeller Meßkirch mit viel Applaus für die Darsteller, Regieassistentin Beate Reuchlin sowie die Autorin und Regisseurin Lilo Braun.

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