Wegen des Handels mit Drogen verurteilte das Schöffengericht Sigmaringen unter Vorsitz von Richter Jürgen Dorner einen 28-Jährigen aus der Region zu zwei Jahren Gefängnis. Aus der Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft ging hervor, dass der Angeklagte in der Zeit von November 2016 bis Februar 2017 insgesamt 28 Mal Marihuana in seinem Umfeld verkauft hatte, um damit besonders seinen eigenen Bedarf zu finanzieren.

28-Jähriger gesteht alles

Gleich zu Beginn der Verhandlung wies der Verteidiger des Angeklagten mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass sein Mandant, die ihm zur Last gelegten Taten im vollem Umfang einräume. "Die Straftaten hat er jedoch aufgrund seiner eigenen Drogenabhängigkeit begangen und den Erlös für seine eigene Sucht verwendet." Zwar stehe sein Mandant zu den Straftaten, doch Angaben über die Personen, wo er die Drogen, die er dann weiterverkauft hat, selbst gekauft habe, werde er nicht machen.

Amphetamine, Ecstasy und Kokain

Dem Gericht berichtete der 28-Jährige, dass er schon sehr früh mit Marihuana angefangen habe und spätestens seit 2015 abhängig gewesen sei. Später sei dann bei ihm auch noch der Konsum von Amphetaminen, Ecstasy und Kokain dazu gekommen. Mit den harten Drogen habe er jedoch vor einem Jahr aufgehört. Seinen eigenen Konsum bezifferte er mit 10 bis 25 Gramm in der Woche. Mit großer Aufmerksamkeit nahm das Gericht die Aussage des Angeklagten zur Kenntnis, dass er in der Zwischenzeit ohne jeglichen Schulabschluss mit Erfolg eine Berufsausbildung abgeschlossen habe.

Schlafstörungen und Schweißausbrüche

Offen und freimütig räumte der 28-Jährige jedoch ein, dass er auch an einen Abbruch seiner Lehre gedacht habe, weil er durch seinen Drogenkonsum Schlafstörungen und Schweißausbrüche gehabt habe. Darüber hinaus sei er schlapp gewesen und habe nicht mehr richtig aufpassen können.

Schwierige Zusammenarbeit

Seine Drogenverkäufe habe er im Hofgarten in Meßkirch abgewickelt. In der Zeit von 2012 bis 2015 habe er die Drogenberatung in Sigmaringen besucht, doch seit einem Jahr sei er bei der Drogenberatung in Tuttlingen. In der Zwischenzeit habe er einen festen Termin für einen Entzug und sein Verteidiger verwies darauf, dass ihm dazu bereits die Kostenzusage vorliege. Der Angeklagte zeigte sich auch überzeugt davon, dass er den Entzug schaffen werde. Starke Beachtung fand der Bericht seines Bewährungshelfers, dem der Angeklagte sei dem Jahre 2010 ununterbrochen unterstellt ist. "Der Angeklagte hat kaum Arbeit gehabt und die Zusammenarbeit mit ihm war schwierig", stellte der Bewährungshelfer fest. "Die Sucht begleitet den 28-Jährigen seit dem Jahr 2010, doch er hat auch immer wieder neuen Mut gefasst."

Astronomische hohe Freiheitsstrafe

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. In seiner Urteilsbegründung verwies Richter Dorner darauf, dass die Mindeststrafe für jede einzelne Straftat ein Jahr betrage, was einer astronomisch hohen Freiheitsstrafe von 28 Jahren entsprechen würde. So gesehen, seien zwei Jahre Gefängnis ausgesprochen günstig. Selbstverständlich habe das Gericht die Drogen-Abhängigkeit beim Strafmaß berücksichtigt und auch anerkannt, dass der Angeklagte zum ersten Mal an einem Entzug teilnehmen wird. Bereits eine Minute später ließ die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Koch sowie der Angeklagte mit seinem Anwalt Rechtsmittelverzicht protokollieren, womit das Urteil noch im Gerichtssaal rechtskräftig wurde.