Als die beste Meisterin ihres Handwerks im Jahr 2018 im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Reutlingen wurde Rita Irßlinger aus Meßkirch geehrt. Irßlinger, die beim Meßkircher Raumausstatter Schlegel gelernt hat und die mittlerweile beim Raumausstatter König in Stockach arbeitet, wurde im Rahmen einer Meisterfeier in Reutlingen für ihre Leistung geehrt. Insgesamt wurde zehn Meistern diese Auszeichnung zuerteilt.

Nach beruflichen Stationen in Meßkirch, Österreich und in Bad Saulgau ist Rita Irßlinger mittlerweile beim Raumausstatter König in Stockach beschäftigt.<em> Bild: privat</em>
Nach beruflichen Stationen in Meßkirch, Österreich und in Bad Saulgau ist Rita Irßlinger mittlerweile beim Raumausstatter König in Stockach beschäftigt. | Bild: Susanne Gnamm

"Ich war die beste Absolventin in meinem Gewerk", berichtet Irßlinger, die ihre Meisterprüfung mit einer Endnote, besser als 1,9 absolviert hatte. "Die Auszeichnung macht mich natürlich stolz und belohnt die Anstrengungen und den Eifer, den ich in die Meisterprüfung investiert habe", sagt sie. Die Prüfung selbst habe aus mehreren Teilen bestanden. "Mein Meisterstück stelle ein Ausschnitt eines Teezimmers dar. Die Auswahl der Materialien habe ich selbst vorgenommen um eine moderne, lebhafte und offene Raumsituation zu gestallten." Dazu habe sie sieben Tage mit jeweils acht Stunden Zeit gehabt. Hinzugekommen seien Prüfungen beispielsweise aus dem kaufmännischen Bereich oder aus dem Feld der Arbeitspädagogik.

Seitens der Handwerkskammer Reutlingen heißt es zu dem Ehrungsabend: Mit dem erfolgreichen Abschluss der Meisterprüfung hätten alle frischgebackenen Meister bewiesen, dass man mit Engagement, Durchhaltevermögen und Leistungswillen seine gesteckten Ziele erreichen kann. Wie Kammerpräsident Harald Herrmann in seiner Begrüßungsansprache dort festhielt, stünden den Absolventen nun, ob als Führungskraft, Gründer oder Nachfolger, alle Türen offen. "Denn, eine Meisterausbildung zahlt sich immer aus." In diesem Jahr hätten sogar 69 Handwerkerinnen und Handwerker aus zulassungsfreien Berufen ihre Meisterprüfungen abgelegt, sagte Herrmann weiter. Und er folgerte: „Das zeigt, dass der Meisterbrief nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Und noch immer die wichtigste fachliche Grundlage für die Tätigkeit als selbstständiger Handwerksunternehmer oder als verantwortungsvolle Führungskraft ist."

Wie Rita Irßlinger befindet, hatte die Meisterfeier in einem schönen und angemessenem Rahmen stattgefunden. "Es war interessant, die Meister der anderen Gewerke kennenzulernen und schön, die Meisterschulkollegen wieder zu treffen, mit denen man ein Jahr gemeinsam verbracht hat."

So sieht die Meisterarbeit von Rita Irßlinger aus. <em>Bilder: HWK</em>
So sieht die Meisterarbeit von Rita Irßlinger aus. | Bild: HWK Reutlingen/privat

Der Traumberuf

Und wie kam die Meßkircherin zum Beruf des Raumausstatters? Sie sagt: "Der Beruf des Raumausstatters besteht aus vielen Bereichen und ist da durch sehr abwechslungsreich. Bei einem Praktikum während der Schulzeit hat mir das sehr zugesagt. Nach der Realschule habe ich dann direkt die Ausbildung begonnen und kann heute sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe."

Beste Voraussetzungen

Für Kammerpräsident Harald Herrmann hat Irßlinger mit ihrem bisherigen Ausbildungsweg genau den richtigen Weg beschritten. Denn: "Meistergeführte Unternehmen basierten auf einem breiten fachlichen, betriebswirtschaftlichen und juristischen Wissensfundament, das zum Führen einer Firma existenzielle Bedeutung habe, stellt er fest. Und darüber hinaus sei das Meisterhandwerk die Pulsader der handwerklichen
Ausbildung in Deutschland: „95 Prozent der Lehrlinge werden in den Betrieben der 41 zulassungspflichtigen Berufe ausgebildet.“ Die Meisterausbildung biete beste Voraussetzungen, jungen Menschen handwerkliches Können weiterzugeben.

Nicht zuletzt sei der Meisterbrief ein von Verbraucherseite anerkanntes Qualitätssiegel und die wichtigste Grundlage für eine qualifizierte Ausbildung des Berufsnachwuchses. Vor diesem Hintergrund und im Wettbewerb mit anderen Bundesländern, in denen bereits eine „Meisterprämie“ gewährt wird, setzt sich das baden-württembergische Handwerk dafür ein, dass die Ausbildung zum Meister im Zuge einer Meisterprämie gefördert wird. Damit stärke man die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung, sagt der Kammerpräsident.