Meßkirch – Verschiedenste spannende Aktionen und Experimente bietet Campus Galli zum Thema Feuer am kommenden Wochenende, 25. und 26. Juni. An beiden Tagen wird Eisen verhüttet, die neue Schmiede in Betrieb genommen, Bronzegüsse vorgenommen, ein oder zwei Grubenmeiler eingeheizt und Keramik in einer Grube gebrannt. Die Kinder dürfen sich an diesem Wochenende auf den Weg machen, um Rätsel zu lösen. Als Belohnung für die richtigen Lösungen werden sie unter dem Dach der Steinmetze zum Zinngießen erwartet.

Im Wald auf dem Gelände der Karolingischen Klosterstadt Campus Galli ist die feuchte Luft der Regenwochen noch angenehm zu spüren. Es riecht würzig und frisch. Überall sind die Vorbereitungen für das Themenwochenende in vollem Gange, an dem die Besucher miterleben können, in welchen Arbeitsbereichen das Feuer eine entscheidende Rolle im Mittelalter spielte. Jugendliche haben bereits zwei Grubenmeiler ausgehoben und bestücken diese mit Holzscheiten. Am Samstag um die Mittagszeit wird der Prozess so weit fortgeschritten sein, dass das Brennmaterial für riesige Flammen sorgen kann. Im vergangenen Jahr gab es meterhohe Stichflammen, wie Bau- und Betriebsleiter Thomas Fuhrmann erzählt.

<p>Thomas Fuhrmann</p>

Thomas Fuhrmann

| Bild: Isabell Michelberger

Ebenso kann voraussichtlich schon um die Mittagszeit der erste Rennofen geöffnet werden, in dem sich durch starke Erhitzung Erz in weißglühendes Eisen und geschmolzenes Gestein trennt. Hannes Napierala, Geschäftsführer von Campus Galli, ist noch dabei, die Öfen mit dem heimischen Lehm fertigzustellen. "In diesem Lehm ist der Kalkanteil sehr hoch", erklärt er. Beim Brennen müsse man deshalb berücksichtigen, dass dies Auswirkungen auf die Schmelztemperatur habe. "Wir werden am Wochenende auch zum ersten Mal Bohnerz aus der Region verwenden", beschreibt Napierala. Obwohl das Team von den Erfahrungen des vergangenen Jahres enorm profitiere, seien alle neugierig darauf, wie das Experiment verläuft. "Es ist immer wieder ein spannendes Abenteuer", versichert er. Am Samstagmorgen um 5 Uhr beginnen sie, das Brennen im Ofen vorzubereiten, damit die Besucher später das Öffnen miterleben können.

Eigentlich sollte am Wochenende der neue Töpferofen eingeweiht werden, den Töpfer Martin Rogier zusammen mit Archäologie-Studenten aus Tübingen baute. Das Wetter der vergangenen Wochen ließ allerdings den Ton des Ofens nicht genügend austrocknen. Doch der Töpfer sieht das positiv. Zum einen dürfen die Besucher nun das Brennen der Keramik in einer Grube miterleben, was viel aufregender sei. Und zum anderen könne er die Funktionsweise des Töpferofens viel besser erklären, wenn er nicht bestückt und zugemauert ist. Schon jetzt formt Rogier die Schmelztiegel, die Bastian Asmus am Wochenende für den Bronzeguss benötigt. Vor den Augen der Zuschauer wird der Archäometallurge Asmus aus der glühenden Flüssigkeit kleinere Gegenstände gießen. Die Küche ist ebenfalls gewappnet für einen Besucheransturm, der sich zwischendurch stärken möchte.

"Gutes Schuhwerk anziehen"

Thomas Fuhrmann ist Betriebs- und Bauleiter auf der Karolingischen Klosterbaustelle und von Anfang an beim Projekt dabei.

Hat das regnerische Wetter den Besucheransturm gebremst?

 

Wir haben nach wie vor zahlreiche Führungen auf dem Gelände, die fest gebucht sind. Gerade am vergangenen Wochenende waren es sowohl am Samstag als auch am Sonntag über elf Gruppen, die Campus Galli besuchten. Bereits jetzt verzeichnen wir mehr Führungen als in der gesamten vergangenen Saison. Allerdings spüren wir einen deutlichen Rückgang der Einzelbesucher im Vergleich zum Mai. Hier ist mit Sicherheit das Wetter ausschlaggebend.

Bremste der Regen auch die Arbeiten auf der Baustelle aus?

 

Der Regen bremste insofern aus, dass die Arbeiter manches aus Sicherheitsgründen nicht in Angriff nehmen konnten. Bei der Kirche sind sie in den letzten Wochen nicht weitergekommen, da die Balken durch den Regen zu rutschig waren.

Sind die Wege noch gut begehbar?

 

Die Hauptwege sind sehr gut begehbar. An Stationen, wo gerade viele Leute hantierten, ist der Boden etwas matschig. Wer abseits der Hauptwege spazieren möchte, sollte auf alle Fälle gutes Schuhwerk anziehen. (imi)