Noch immer wird das Gedenken anlässlich des 1000. Todestags des heiligen Heimerad von Meßkirch am 28. Juni 1019 begangen. Im Juni, in der Festwoche um den Gedenktag, pilgerte eine Meßkircher Gruppe auf den Hasunger Berg, dem letzten Wirkungsort Heimerads, um an den Feierlichkeiten in Nordhessen teilzunehmen.

Gegenbesuch in Meßkirch und der Region

Nun erfolgt der Gegenbesuch. Die Seelsorgeeinheit Wolfhager Land ist nach St. Heimerad benannt und hat die Pilgerreise in die Region organisiert. Sie führt unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Ulrich Trzeciok in den Hegau, in den Naturpark Obere Donau, nach Konstanz und in die Schweiz. Diese Woche stand der erste Besuchstag in Meßkirch an, wo die nordhessischen Gäste auf Spurensuche gegangen sind.

Das Programm begann auf auf der Klosterbaustelle Campus Galli, wo die Gäste aus dem Wolfhager Land dem Regen trotzten und das Mittelalter-Großprojekt besichtigten. Während der ersten Stationen lernte die Gruppe den St.-Galler-Klosterplan, das Konzept des Campus Galli, die Meßkircher Verbindungen nach St. Gallen und einige Handwerkerstationen kennen, in denen das Handwerk des frühen Mittelalters gepflegt wird.

Besuch in der Holzkirche ist Höhepunkt

Höhepunkt während der Führung von Jutta Wellandt war der Besuch der Holzkirche. Obwohl sie nicht als reguläres Gotteshaus betrieben werden kann, ließen es sich die Heimerad-Verehrer nicht nehmen, hier ein „Großer Gott wir loben Dich“ zu singen, nachdem Jutta Wellandt die Akustik des mittelalterlichen Gotteshauses gerühmt hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Die nächste Station führte in die Erzabtei Beuron, wo die Pilger um Pastoralreferent Alexander von Rüden von Pater Prior Sebastian Haas-Sigel empfangen wurden. Im Gästeflügel wurde ein Film präsentiert, der die geografische Umgebung, die Geschichte und das klösterliche Leben in Beuron vorstellt. So war die Gruppe gut gerüstet für einen Gang in die Abteikirche, wo die Gnadenkapelle als eines der Hauptwerke der Beuroner Kunstschule bewundert werden konnte. Nach einer Stärkung im Café Härtl ging es mit dem Bus zurück nach Meßkirch.

Auf Spurensuche

„Heimo, wo bist Du?“ lautete der Titel einer szenischen Lesung mit dem schwäbischen Liedermacher Michael Skuppin am Abend im Meßkircher Herz-Jesu-Heim. Vor der Kulisse des Heimerad-Gemäldes von Lothar Rohrer setzte er die Spurensuche für die Hasunger und die Meßkircher fort. In einem eigens zum Jubiläum komponierten Lied zeichnete er die Lebensstationen und die Wirkung Heimerads im ottonischen Reich nach.

Im Herz-Jesu-Heim (von links): Gemeindereferent Alexander von Rüden, Liedermacher Michael Skuppin, Bildungswerkleiter Waldemar Gorzawski, Andreas Schmid, Heimo Sauter und Ulrich Trzeciok.
Im Herz-Jesu-Heim (von links): Gemeindereferent Alexander von Rüden, Liedermacher Michael Skuppin, Bildungswerkleiter Waldemar Gorzawski, Andreas Schmid, Heimo Sauter und Ulrich Trzeciok. | Bild: Stefan Blanz

Einen Diavortrag präsentierten anschließend Heimo Sauter und Andreas Schmid. Während der Fasten- und Osterzeit unternahmen sie nach dem Vorbild des heiligen Heimerad eine Pilgerreise nach Rom. Ausgestattet mit einem Pilgerpass und -segen von Pfarrer Stefan Schmid starteten die Radler im April. Mit dem Fahrrad ging es über die Alpen, durch die Poebene über Ravenna und den Apennin bis in die ewige Stadt. Ziel aller Wege waren der Petersdom und eine Mittwochsaudienz mit Papst Franziskus.

Das könnte Sie auch interessieren

Heimo Sauter und Andreas Schmid konnten durch ihre Fotos und Videosequenzen authentische Eindrücke ihrer ungewöhnlichen Erlebnisse vermitteln. Das Publikum nahm entsprechend Anteil und die Gäste dankten es den Referenten mit einer hessischen Spezialität, der Ahle Wurst. Waldemar Gorzawski vom Bildungswerk erhielt eine Flasche Wein aus dem Kloster Memleben an der Unstrut. Hier war eine der vielen Stationen des heiligen Heimerad, die ihn letztlich auf den Hasunger Berg führten.

Heimerad wirkt bis heute

Offenbar wirkt Heimerad bis in die heutige Zeit und Gläubige machen sich auf den Weg, um einander unter seinem Stern zu begegnen und den eigenen Glaubensweg an ihm zu messen.

Die Abgabe von Stimmen steht derzeit nicht zur Verfügung. Wir bitten um Verständnis.