Bayerische Verhältnisse gibt es in Meßkirch zwar noch nicht, doch auch hier haben die teilweise heftigen Schneefälle Auswirkungen. Auch auf den Handel. Denn Schneeschippen sind in Meßkirch momentan schwer zu bekommen. Im örtlichen Baumarkt ist der Verkaufsständer leer. 100 Stück wurden da alleine in drei Tagen verkauft. Nur noch kleine Schippen für Kinder sind zu haben. Der Nachschub ist bereits geordert. Streusalz ist noch zu bekommen, doch mit dessen Einsatz soll man ja sparsam sein. Auf öffentlichen Flächen wie Gehwegen sind in Meßkirch und vielen Orten in der Region auftauende Mittel sogar verboten.

Der Winter bringt noch mehr Schnee, Eis und Frost

Mag der Schnee noch so schön sein, wenn man ihn entfernen muss, dann ist Arbeit angesagt. Und das kann demnächst noch deutlich mehr werden, denn die Meteorologen sind sich einig: In den nächsten Tagen müssen sich die Menschen richtig warm anziehen. Der Winter bringt noch mehr Schnee, Eis und Frost auch in die Region. In Deutschland gilt jetzt die Streu- und Räumpflicht. Diese besagt, dass der Bürgersteig vor dem Haus, der Eingangsbereich und der Weg zu den Mülltonnen freigeräumt werden müssen.

Theodor Späth muss 200 Quadratmeter räumen

"Mir macht das nichts aus", sagt Theodor Späth und wirft den Schnee auf einen Haufen neben seiner Garage. Genauso wird es von der Stadt gewünscht. Wer Platz hat, der sollte die weiße Pracht auf dem eigenen Grundstück entsorgen. Und wenn es das nicht geht? Dann kann man auch die Fahrbahnränder nutzen. Doch das kann manchmal problematisch sein. "Dann kommt der Schneepflug und du hast wieder alles vor der Einfahrt", weiß Späth. Er muss jeden Tag rund 200 Quadratmeter Gehwege und die Garageneinfahrt räumen. Und das mehrmals, wenn es tagsüber viel schneit. Eine Stunde braucht er jeweils dafür. Der 80-Jährige sieht das als eine Art Sport an.

Schneeschippen gibt es im Baumarkt nur noch für Kinder und auch der Streusalzvorrat ist dezimiert. Doch Nachschub ist bereits unterwegs.
Schneeschippen gibt es im Baumarkt nur noch für Kinder und auch der Streusalzvorrat ist dezimiert. Doch Nachschub ist bereits unterwegs. | Bild: Fahlbusch, Karlheinz

Die Räum- und Streupflicht gilt für alle Hauseigentümer. Der Vermieter kann diese Verpflichtung jedoch an die Mieter abgeben, sofern er dies im Mietvertrag oder der allgemeinen Hausordnung festlegt. Dennoch hat der Vermieter eine Überwachungs- und Kontrollpflicht, der er nachkommen muss. Hinweisschilder wie „Betreten auf eigene Gefahr“ entbinden nicht von der Streu- und Räumpflicht. In Fällen, in denen man selbst ein gefahrloses Benutzen der Wege nicht gewährleisten kann – sei dies aufgrund von Arbeit, Krankheit oder einer Urlaubsreise – muss für Ersatz gesorgt werden. Lediglich Mitbürgerinnen und Mitbürger über 80 Jahren sind nach einem Beschluss des Amtsgerichts Hamburg-Altona vom 30. August 2006 von der Streu- und Räumpflicht entbunden.

Stadt hat so gut wie keinen Ärger wegen der Räum- und Streupflicht

"In Meßkirch gibt es nur selten Probleme", sagt Lothar Goreth vom Ordnungsamt der Stadt. Dass manche Leute ihren Schnee auf die Straße werfen, weil sie nicht wissen, wohin damit, das sei aber gar nicht so selten. Insgesamt sieht Goreth die Situation entspannt. Und an Bußgelder kann er sich spontan auch nicht erinnern. In Meßkirch könnte es sich da um beträchtliche Beträge handeln. "Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von mindestens fünf Mark und höchstens 1000 Mark und bei fahrlässigen Zuwiderhandlungen mit höchstens 500 Mark geahndet werden", heißt es in der Satzung über die Verpflichtung der Straßenanlieger zum Reinigen, Schneeräumen und Bestreuen der Gehwege. Die stammt in Meßkirch vom 6. Dezember 1989. Deshalb sind die Beträge nicht in Euro angegeben. Wer sich das Geld sparen will, der kommt seiner Räum- und Streupflicht nach. Und Schneeschippen wird es in den kommenden Tagen auch wieder in größerem Umfang zu kaufen geben.