Der Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Meßkirch feiert am kommenden Wochenende, 18. und 19. Mai, sein 65-jährige Bestehen. Dazu haben die Musiker befreundete Spielmanns- und Fanfarenzüge aus Nah und Fern nach Meßkirch eingeladen. Am Samstag wie Sonntag ziehen die Fanfarenzüge durch die historische Altstadt Meßkirchs und zum Abschluss ins Schloss Meßkirch. Insgesamt haben 33 Fanfarenzüge ihr Kommen zugesagt.

Ein Bild des Fanfarenzugs aus den alten Zeiten.
Ein Bild des Fanfarenzugs aus den alten Zeiten. | Bild: Fanfarenzug Messkirch

Über viele Jahre hinweg begleitete die Freiwillige Feuerwehr bei festlichen Gelegenheiten die Meßkircher Stadtkapelle. Im Jahre 1954 gründete man auf Wunsch des damaligen Feuerwehrkommandanten einen eigenen Fanfarenzug. Der Fanfarenzug zählt derzeit circa 50 aktive Mitglieder und bewältigt ungefähr 50 Proben und rund 20 Auftritte pro Jahr.

Ein Auftritt wie hier bei der Hauptversammlung der Feuerwehr aus dem Jahr 2002 gehört immer dazu.
Ein Auftritt wie hier bei der Hauptversammlung der Feuerwehr aus dem Jahr 2002 gehört immer dazu. | Bild: Fanfarenzug Messkirch

Dabei ist der Fanfarenzug kein Musikverein, wie viele andere vergleichbare Gruppierungen. Er ist nicht mal ein Verein mit den sonst üblichen Strukturen. Vielmehr ist der Fanfarenzug eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr. Die Mitglieder unterliegen der Feuerwehrsatzung der Stadt. Geleitet wird die Abteilung von Claus Löhle. Er ist Abteilungsleiter und Stabführer des Fanfarenzug Meßkirch und besitzt den Kommandantenrang. „Ich habe die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Kommandant aus den weiteren Abteilungen der Feuerwehr“, erläuterte er seine Funktionen. Allerdings ist Claus Löhle kein aktiver Feuerwehrmann. Schon ab Mitte der 70er Jahre hatte sich gezeigt, dass sich der Fanfarenzug nicht mehr nur aus reinen Feuerwehrleuten rekrutieren konnte. „Wir Verantwortlichen haben erkannt, dass viele Musiker gerne beim Fanfarenzug mitspielen wollten. Aber am Auslegen von Löschschläuchen oder die Teilnahme an Einsätzen hatten sie kein Interesse“, erklärte der damalige Kommandant Peter Greif. Damals wurde dies noch einfach geduldet, aber wenige Jahre später wurde auch die Satzung entsprechend angepasst. Im aktuellen Fanfarenzug sind gerade noch zwei Musiker parallel bei der Feuerwehrtruppe dabei.

In langgestreckter Anordnung führt der Fanfarenzug die närrische Truppe an.
In langgestreckter Anordnung führt der Fanfarenzug die närrische Truppe an. | Bild: Fanfarenzug Messkirch

Der Fanfarenzug besitzt zwar eine eigene Abteilungskasse und einen Kassierer, aber zum Beispiel keinen Schriftführer. Jedoch ist der Kommandant beziehungsweise sein Stellvertreter Mitglied im Feuerwehrausschuss. Für die musikalischen Belange wurde mit Klaus Schönholzer ein musikalischer Leiter gefunden. Der Vollblutmusiker setzt seit Oktober des vergangenen Jahres die musikalischen Akzente. Ganz alleine stehen die Meßkircher mit ihrem Feuerwehr-Fanfarenzug nicht da. Ähnliche Strukturen besitzen auch die Fanfarenzüge aus Stetten a. k. M. oder aus Boll.

Der Fanfarenzug mit seiner Feuerwehr-Uniform, die bei Anlässen wie zum Beispiel Veranstaltungen der Feuerwehr getragen werden.
Der Fanfarenzug mit seiner Feuerwehr-Uniform, die bei Anlässen wie zum Beispiel Veranstaltungen der Feuerwehr getragen werden. | Bild: Fanfarenzug Messkirch

Der Fanfarenzug nutzt je nach Anlass zwei unterschiedliche Kleiderordnungen. Die Feuerwehr-Uniform wird bei Veranstaltungen der Feuerwehr zum Beispiel Jubiläen der Feuerwehren oder dem Kreisfeuerwehrtag getragen. Die Landsknecht-Uniform kleidet die Truppe in der Fasnacht und während des Jahres bei Fanfarenzugtreffen oder anderen ähnlichen Festen. Als Übergang trugen die Musiker nach der Trennung von der Stadtmusik zunächst nur eine Art Bauernkittel. Weder die Feuerwehr noch die Stadtverwaltung wollten die Landsknecht-Uniformen finanzieren. Da sprang die Katzenzunft ein, finanzierte die neue Bekleidung und seither ist der Fanfarenzug Begleiter der Narrenzunft in der fünften Jahreszeit.