Nun beginnt die intensive Vorbereitungszeit auf das neue Stück der Kolpingbühne Meßkirch, das Ende Juni Premiere feiern wird. Der Titel lautet „Es war einmal in Chicago“ und lehnt sich an Spielfilme an, die das Leben im Amerika der 1920er Jahre schildern. Viele Akteure der Kolpingbühne waren zum Vorbereitungstreffen in den Martinssaal des Herz-Jesu-Heims gekommen, wo die beiden Spielleiter Benedikt Herrmann und Thomas Schlude die Idee des Stücks erläuterten, die Rollen verteilten und die Texthefte an die Akteure ausgaben. Ebenso stellten sie den exakten Terminplan vor.

Stück wurde eigens für die Meßkircher geschrieben

„Ich bin total begeistert, dass wir ein so super Team zusammen haben“, freute sich Benedikt Herrmann beim Blick auf die vielen Akteure. Mit dem neuen Theaterstück feiere die Kolpingbühne sozusagen eine Welturaufführung, da es speziell für die Meßkircher geschrieben wurde. Thomas Schlude erzählte, dass er vor mehreren Jahren das Thema mit Volker Ullmann besprochen habe. Und erst zwei Jahre später habe dieser ihm einen groben Vorschlag unterbreitet. Danach hätten sich die Autoren an die Ausformulierung des Drehbuchs gemacht. „Die Regieanweisungen darin sind jedoch nicht ganz passend“, erläuterte Schlude, da Volker Ullmann und Roland Mörchen damals den Kulissenaufbau noch nicht gekannt hätten. Doch mittlerweile sei der Plan für die Kulisse erstellt. An der Umsetzung werde sogar schon gearbeitet.

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Bezug zu berühmten Filmen wie "Die Unbestechlichen" oder "Der Clou"

Ausgangspunkt der Handlung sind Filme, die in den 1920er Jahren spielen und jeweils zum Welterfolg wurden. Thomas Schlude nannte Titel wie „Es war einmal in Amerika“, „Der Clou“, „Die Unbestechlichen“ oder „Sleepers“, von denen Bruchstücke Eingang in die Handlung fanden. Es werde um Jugendbanden in Armenvierteln gehen, die sich gegenseitig bekriegen, um Korruption, Freundschaft und natürlich um Alkoholschmuggel, denn das Stück spielt ja zur Zeit der Prohibition in Amerika. Es gibt drei Akte, dazwischen eine Pause. Die Handlung macht von Akt zu Akt einen Zeitsprung und das Milieu wechselt.

Kulissenhäuser so lang wie das Schloss

Die Kulisse besteht aus fünf zweistöckigen Häusern, die sich fast über die gesamte Länge des Schlosses erstrecken, denn die Bühne wird wie gewohnt vor der Schlossseite errichtet, die Richtung Kirche weist. Die klappbaren Vorderfronten der Kulissenhäuser werden den Zuschauern einen eindrucksvollen Anblick bieten und der Handlung einen großen szenischen Spielraum, sind die Spielleiter überzeugt. Es gibt eine Börse, eine Tanzschule, eine Kneipe/Bar und ein Polizeirevier.

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99 Darsteller und 157 Helfer hinter der Bühne

Für die Szenen in den Straßen und den Bars braucht es viele Schauspieler sowie eine Menge Statisten. Insgesamt sind 99 Darsteller (inklusive Statisten und Live-Band) auf der Bühne aktiv sowie 157 Personen als Mitwirkende und Helfer beteiligt. Für den Bühnen- und Kulissenbau sind Benedikt Herrmann und Uli Lipp verantwortlich. Wolfgang Schlude kümmert sich um die Technik, Sabrina Matheis um die Maske. Benedikta Stärk und Stefanie Kriner verantworten die Tanzchoreografie, Volker Ullmann übt mit den Darstellern die Kampfszenen ein. Die Co-Regie übernehmen Thomas Schlude und Volker Ullmann. Die Gesamtregie obliegt Benedikt Herrmann.

Erste Leseprobe bereits am Montag

Am Ende des Vorbereitungstreffens teilten die beiden Spielleiter Benedikt Herrmann und Thomas Schlude an jeden Darsteller ein Textbuch aus, in das sich die Akteure zügig vertiefen sollten, denn schon am kommenden Montag ist die erste Leseprobe anberaumt. Da der Terminplan eng getaktet ist, mahnte Thomas Schlude einen disziplinierten Probenbesuch an.

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Darsteller sind voller Tatendrang

Eines wurde an diesem Abend deutlich: Vor den Akteuren und vor allem vor den jeweiligen Verantwortlichen liegt enorm viel Arbeit. Da jedoch alle den Eindruck machten, voller Energie, Freude und Tatendrang zu sein, darf man auf ein ungewöhnliches Theatererlebnis gespannt sein. Zu den Mitwirkenden gehören ganz neue Akteure sowie langjährige Aktive. Sie erzählen, worauf sie sich am meisten freuen.

Emily Moser

Emily Moser
Emily Moser | Bild: Michelberger, Isabell

Emily Moser aus Menningen besucht das Martin-Heidegger-Gymnasium. Es ist ihr erster Auftritt auf der Kolpingbühne. Sie erzählt: Als sie sich vor zwei Jahren mit ihrer Familie das Kolping-Theaterstück „Der Mann mit der eisernen Maske“ angeschaut hat, habe ihr das so gefallen, dass sie Lust darauf bekommen habe, selbst mitzuspielen. So arg aufgeregt werde sie wohl nicht sein, da sie in der Schule schon zwei Mal bei einem Musical mitgemacht habe. „Ich finde es ganz toll, mit so vielen Personen an einem Theaterprojekt beteiligt zu sein“, beschreibt sie. Das nächste Vierteljahr wird auch für Emily mit Sicherheit anstrengend. „Meine Woche ist schon jetzt sehr voll, aber ich denke, das klappt schon“, äußert sie sich zuversichtlich.

Anita Greiter

Anita Greiter
Anita Greiter | Bild: Michelberger, Isabell

Für Anita Greiter aus Rohrdorf ist es bereits das siebte Stück, bei dem sie für das Kolpingtheater auf der Bühne steht. Sie fasziniert der Prozess vom ersten Lesen der Texte bis zur perfekten Aufführung: „Es ist toll mitzuerleben, wie sich das Stück wie ein Puzzle zusammenfügt“, beschreibt sie. Ebenso gefalle es ihr, dass jeder Mitwirkende, ganz egal welche Aufgabe er übernehme, gleich wichtig sei. Es beeindrucke sie, dass auf jedes Detail großen Wert gelegt werde, damit alles optimal zusammen passt und auch authentisch ist. Das Textlernen falle ihr sehr leicht. „Und wenn es mal eine schwierige Stelle gibt, dann baue ich mir Eselsbrücken“, verrät sie. Zunächst stehe noch die Suche nach einem geeigneten Kostüm an.

Mustafa Uslu

Mustafa Uslu
Mustafa Uslu | Bild: Michelberger, Isabell

Mustafa Uslu ist ein Neuling beim Kolpingtheater. Er hatte sich 2011 das Stück „Zwischen Sein und Zeit“ zum Meßkircher Stadtjubiläum angeschaut. Die Aufführung habe ihn begeistert, erzählt er. Als er nun in einem Zeitungsartikel vom neuen Stück las, habe er sofort den Impuls gehabt: „Da will ich mitmachen.“ Das Thema findet er in diesem Jahr sehr interessant. „Ich habe mir gleich gedacht, das passt zu mir“, erzählt er und lacht: Er wird die Rolle eines Gangsters übernehmen. Schon als Kind habe er sich an Fasnacht gerne als Mafiosi verkleidet. Zur Vorbereitung werde er sich alle Filme anschauen, die im Stück eine Rolle spielen. Er freue sich darauf, im Team etwas auf die Beine zu stellen, das den Zuschauern in Erinnerung bleibt.

Stefanie Kriner

Stefanie Kriner
Stefanie Kriner | Bild: Michelberger, Isabell

Stefanie Kriner ist Schulleiterin der Montessori-Grundschule Linzgau in Aach-Linz und das vierte Mal bei der Kolpingbühne dabei. Sie ist zusammen mit Benedikta Stärk zuständig für die Tänze, die in die Theaterstücke integriert sind. „Es ist jedes Mal alles neu“, erklärt sie, da die Stücke stets in einer anderen Zeit spielen und sich dadurch der Tanzstil und die Kostüme stark unterscheiden würden. Anhand der Vorgaben gelte es, Tänze zu entwerfen, die sich ideal in das Handlungsgeschehen einfügen. Der Stil und die Kostüme müssen exakt passen, damit der Ablauf authentisch bleibt. „Ich glaube, der Charleston macht allen Spaß und ist auch etwas für das Auge“, freut sich Stefanie Kriner auf die Zeit der Vorbereitung.