Die bisher einzige Gegenkandidatin für Amtsinhaber Arne Zwick bei der Bürgermeisterwahl am 23. September ist Anna Cisek. Am kommenden Montag, 27. August, endet die Bewerbungsfrist für mögliche weitere Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Kreutzerstadt. Dass die 40-Jährige ihre Bewerbungsunterlagen abgegeben hat, sieht Zwick relativ entspannt. Das sei ein demokratischer Prozess, sagte Zwick auf Anfrage des SÜDKURIER. Einen weiteren Kommentar wollte er zur Kandidatur von Anna Cisek nicht abgeben. Zu ihren Chancen befragt, gegen den Amtsinhaber zu gewinnen, sagte sie: „Wer es nicht probiert, der wird es nie wissen.“ Und sie fügt hinzu: „Jeder Mensch hat eine Chance.“ Bisher habe es nur positive Reaktionen auf ihre Bewerbung gegeben, sagte sie. Sie kandidiert das erste Mal für ein öffentliches Amt.

Für die Wirtschaftsfachwirtin war es unter anderem ein Antrieb, zu kandidieren, damit die Bürger bei der Wahl im September eine echte Wahl haben. Sie biete sich als Alternative zum Amtsinhaber an. Daneben treibt sie die Lage der Stadt an, auf den Chefsessel im Rathaus steigen zu wollen. „Mich hat es sehr traurig gemacht, zu sehen, dass es in der Innenstadt nur noch ganz wenige kleine Läden gibt“, sagte sie am Dienstag in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Sie will sich gegen ein weiteres Aussterben einsetzen. Konkrete Ideen, wie sie dies bewerkstelligen will, nannte sie keine. Sie werde einen Flyer veröffentlichen, auf dem sie ihre Ideen beschreiben will – den Zeitpunkt, wann dieser verteilt werden soll, ließ sie am Dienstag offen. Sie wirbt im Gespräch mit dieser Zeitung auch damit, dass sie einen anderen Blick auf die Stadt habe. Und dass sie bisher keine Verwaltungserfahrung hat, kontert sie mit dem Hinweis, dass ein Unternehmen ähnlich wie eine Verwaltung geführt werde. Sie vermied es, direkt Kritik an der Amtsführung von Arne Zwick zu äußern. Es sei nicht ihr Stil, schlecht über andere zu sprechen. Sie wolle den Bürgern ein offenes Ohr schenken und deren Wünsche und Ideen wahrnehmen. Dies gelte auch für die Meßkircher, die in den Ortsteilen wohnen. Auch hier will sie das direkte Gespräch suchen. Für ihren Wahlkampf werde sie keinen Urlaub nehmen, sich aber ausreichend Zeit in ihrer Freizeit dafür nehmen.

Nur in ersten wenigen Ansätzen beschrieb sie ihr Konzept für den Wahlkampf. Eines ist aber jetzt schon klar. „Plakate werde ich keine aufhängen“, sagte sie. Sie setzt vielmehr auf unmittelbare Gespräche mit den Meßkirchern. Treffen will sie diese vor den Eingangstüren der Geschäfte in der Kreutzerstadt. Bei einem gemeinsamen Einkauf – „ich schiebe den Einkaufswagen“ – will sie erfahren, was die Bürger sich von ihr als mögliche Bürgermeisterin wünschen und erhoffen. Sie lehnt die klassischen Wege des Wahlkampfs ab, vor allem angesichts der engen Zeitpläne, die die Menschen heutzutage hätten. Diese Gespräche mit Bürgern wird es wohl erst nach der offiziellen Kandidaten-Vorstellung der Stadt geben. Diese ist am 13. September geplant.

Bereits aktiv ist Anna Cisek auf dem Kanal der sozialen Medien. Sie hat auf Facebook eine Seite für sich als Bürgermeister-Kandidatin eingerichtet. „Ich bin parteilos, unabhängig und nur meinem Gewissen verpflichtet“, steht dort unter anderem zu lesen. Zu finden ist diese Seite auf Facebook ganz einfach: Einfach den Namen der Kandidatin sowie die Stichworte Bürgermeisterkandidatin und Meßkirch ins Suchfeld eingeben. Eine kleine Gruppe von Freunden unterstütze sie bei ihrer Kandidatur – einen professionellen Berater habe sie nicht.

Die zweite Amtszeit von Bürgermeister Arne Zwick endet offiziell am 1. November. Seine erneute Kandidatur hatte er bereits beim Neujahrsempfang der Stadt bekannt gegeben. „Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren sehr schön entwickelt,“ sagte er im Schloss. Und er wolle die Geschicke der Stadt sehr gerne auch in einer dritten Amtszeit entwickeln und formen, sagte Zwick beim Neujahrsempfang.