Zufrieden und stolz blicken die Akteure der Kolpingbühne auf sechs Aufführungen ihres Stücks „Es war einmal in Chigaco“ und auf eine fast halbjährige intensive Vorbereitungszeit. „In der Truppe war eine wahnsinnig gute Stimmung“, erzählt Regisseur und Ideengeber Benedikt Herrmann. Das Publikum habe begeistert reagiert, die Rückmeldungen seien äußerst positiv und die Akteure hätten viel gelernt, sowohl für die Bühne als auch für ihre eigene Persönlichkeit.

Kinder wachsen mit ihren Theaterrollen

„Die Eltern erzählten uns, dass sich ihre Kinder durch das Theaterspielen positiv verändert hätten“, berichtet Benedikt Herrmann davon, wie sehr die Präsenz auf der Bühne die Persönlichkeitsentwicklung gerade der jugendlichen Spieler vorangetrieben habe. „Zuerst waren sie schüchtern, dann aber entwickelten sie eigene Spielformen“, ergänzt der zweite Spielleiter Thomas Schlude.

Das könnte Sie auch interessieren

Ziele sind gute Gemeinschaft und Qualität

Damit erfüllte das Kolpingtheater sein oberstes Ziel: die gute Gemeinschaft und die Teilnahme aller, die Lust auf Theater haben. „Aber wir haben natürlich auch den Anspruch, eine gute Qualität zu garantieren“, fügt Thomas Schlude hinzu. Dies erleichtere die Suche nach Sponsoren, denn sie wüssten, dass das Kolpingtheater das Geld gut einsetze. „Wir sind dankbar dafür, dass unsere Sponsoren so großzügig waren“, freut er sich.

Sponsoren sorgen für „schwarze Null“

Angestrebt sei stets die „schwarze Null“, schmunzeln die beiden Spielleiter, und wenn darüber hinaus etwas übrig bleibe, sei das wichtig, um Rücklagen zu bilden. „Wenn bei uns mal eine Vorstellung ausfällt, haben wir gleich hohe Verluste“, erklärt Schlude. Beide betonen, dass das Theaterprojekt nie auf Gewinnmaximierung ausgelegt sei, doch müssten sie einkalkulieren, dass die Ausgaben stetig steigen. Auch dieses Jahr waren sie höher als im vorigen Stück, da die Beschallung aufwendiger war, die Steuerung digital geregelt wurde, die Beleuchtung aufgerüstet werden musste und die Gebühren für die Tribüne und die Container gestiegen seien.

Benedikt Herrmann und Thomas Schlude (von links) sind froh, dass das Projekt gut über die Bühne ging.
Benedikt Herrmann und Thomas Schlude (von links) sind froh, dass das Projekt gut über die Bühne ging. | Bild: Michelberger, Isabell

Auswahl des Stücks „ein Schuss ins Blaue“

In der Anfangsphase fiel Benedikt Herrmann ein Stein vom Herzen, als sich die Akteure gegenüber dem Stück aufgeschlossen zeigten. „Es war ein Schuss ins Blaue, da wir nicht wussten, ob die Thematik überhaupt interessiert“, beschreibt er die damalige Anspannung. Die Bühnenbauer, etwa 20 Handwerker und Nicht-Handwerker, hätten ihm gerade erst gestanden, dass sie im Januar beim ersten Treffen gedacht hätten: „Jetzt spinnt er total.“ Doch das Konzept ist aufgegangen, die zweistöckige, breite Kulisse wurde rechtzeitig fertig und funktionierte.

Das könnte Sie auch interessieren

Beim Abbau kommt Wehmut auf

Nun, wo alles vorbei ist, zieht allmählich Ruhe ein. „Ein bisschen Wehmut kommt schon beim Abbauen auf“, gesteht Herrmann. Doch jetzt sei erst einmal Urlaub angesagt, dann komme vielleicht das große Loch. An ein nächstes Stück möchten die beiden noch nicht denken, dazu sind sie noch zu sehr mit Chicago verhaftet.

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Talente kommen ins Rampenlicht

In dieser Saison taten sich wieder neue Talente auf. Die Kleinsten, Adrian Tscholl und Emil Herrmann, starteten nicht nur eine Charmeoffensive, sondern sie hätten auch alle Sprechrollen beherrscht. „Ein Glücksfall waren Kerstin Höre und auch Mustafa Uslu, der in der Probe, wenn jemand ausfiel, jede Rolle gespielt und fantastisch umgesetzt hat. Mit einem solchen Fundament lässt sich das kommende Projekt gut angehen.“