Mengen – Bereits zum zweiten Mal hat Peter von Zschinsky Freunde und Sammler von historischen Militärfahrzeugen zu einem zwanglosen Treffen auf dem Flugplatz Mengen eingeladen, dort zu biwakieren und sich über ihre gemeinsame Leidenschaft auszutauschen. Früher fanden diese Veranstaltungen auf dem Standortübungsplatz in Sigmaringen statt. Eigentlich sollten sich dazu auch Freunde aus dem benachbarten Ausland dazugesellen, aber aufgrund der Wetterlage haben die Teilnehmer aus Frankreich und der Schweiz kurzfristig abgesagt. So blieb man im kleineren Rahmen mit 15 Fahrzeugen unter sich.

Nach und nach trafen die ersten Teilnehmer mit ihren olivgrünen Fahrzeugen am vergangenen Freitagnachmittag und –abend auf dem Campingplatz des Regio-Airports ein und schlugen dort ihre Zelte auf. Dass sie ausgerechnet während oder kurz nach dem Aufbau von Starkregen, Sturm und Hagel begrüßt wurden und dadurch teilweise doppelte Arbeit hatten, schmälerte keineswegs die Freude. Man rückte kurzerhand zusammen und half sich gegenseitig.

In Uniform und Tarnbekleidung

Noch etwas fröstelnd gestaltete sich die Situation am Samstagmorgen. Mit einem englischen Landrover und dem dazugehörigen Trailer, einem Willy’s Jeep, einem VW-Kübelwagen und einem DKW-Munga war Tanja Späth aus dem Landkreis Günzberg samt Freunden und Bekannten angereist. Gemeinsam mit Stefan Rief und Sarah Gromes genehmigte sie sich ein üppiges Frühstück. Bei einem vorhergehenden Treffen in Sigmaringen hatten sie sich kennengelernt und starten jährlich mehrmals zu Ausfahrten mit ihren Lieblingen. Sandfarben lackiert ist der VW-Kübelwagen von Christian Krause und Marina Kreuthner aus Senden bei Neu-Ulm.
 

Rolf Huttenlocher (rechts) musste sehr oft Auskunft über seinen Munga geben und seine Erlebnisse damit preisgeben.
Rolf Huttenlocher (rechts) musste sehr oft Auskunft über seinen Munga geben und seine Erlebnisse damit preisgeben. | Bild: Reinhard Rapp
Anfassen und durchschauen war überall erlaubt.
Anfassen und durchschauen war überall erlaubt. | Bild: Reinhard Rapp

Regelmäßig nehmen sie seit zehn Jahren an Oldtimer-Treffen teil. In verschiedene Tarnbekleidung von Soldaten ehemaliger Staaten des Warschauer Pakts gewandet ist Familie Jürgen und Petra Knaisch aus Geislingen bei Balingen mit Sohn Maurice und dessen Freundin Rabea vor Ort. Ihren schweizerischen Puch-Geländewagen haben sie witterungsbedingt im nahen Schuppen untergebracht. Für den Fotografen schmeißt sich Maurice noch schnell in seine Uniform eines Soldaten der DDR-Grenztruppen. Viele Fragen muss Rolf Huttenlocher aus Rudersberg an seinem DKW-Munga 8 beantworten. Besonders ehemalige Soldaten der Bundeswehr, die dieses Modell selbst gefahren haben, begannen mit ihm zu fachsimpeln. Obwohl er bereits seit einiger Zeit im Rentenalter stehe, würde er noch etwas arbeiten, um sein Hobby finanzieren zu können, verrät Huttenlocher. Mehrere tausend Kilometer sei er jedes Jahr mit der Maschine unterwegs und erzählte dazu seine vielfältigen Erlebnisse, auch von Pannen.

Nicht mit dem Schiff, aber einem ausgesonderten Omnibus der Marine plus Frau und Sohn war Klaus Erbach aus Weisel angereist. Das Modell O303 von Daimler-Benz war früher unterwegs mit der Wanderausstellung „Unsere Marine“. Der zum Wohnmobil ausgestattete Bus diente jedoch auch zum Transport von Militärbekleidung und Sammelobjekten aus dem Bereich Militaria. Ein Sammelsurium von Fahrrädern, Schutzmasken, Schildern und vielen anderen Teilen hatten drei Herren um ein Zelt aufgebaut. Zwei davon hatten zwischendurch mal Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg an.

Im Konvoi aus mehreren Fahrzeugen ging es am Nachmittag über Herbertingen und Kanzach nach Bad Schussenried. Eine solche Ausfahrt gehört für den Veranstalter unbedingt zum Programm des Treffens. Immer wieder kamen am Samstag und am Sonntag Schaulustige auf den Flugplatz, um sich die Fahrzeuge und anderen Gegenstände anzuschauen und um sich mit den Eigentümern zu unterhalten. Bedauert wurde mehrfach von Besuchern, dass mehrere Teilnehmer bereits am Samstagabend mit ihren Vehikeln abreisten und dadurch das Angebot am Sonntagmorgen schmälerten.