Der Fall sorgte für viel Diskussionsstoff im Landkreis Sigmaringen. Eine junge Frau aus dem Landkreis Konstanz hatte in der Nähe eines Gehöftes bei Mengen-Rulfingen nach eigener Aussage ihren Säugling erstickt, denn sie kurz zuvor am gleichen Ort zur Welt gebracht hatte.

Die Geburt soll ohne fremde Hilfe erfolgt sein. Am 30. November um 9 Uhr beginnt nun das Schwurgerichtsverfahren vor dem Landgericht Ravensburg gegen die 23-jährige Angeklagte. Wie das Gericht mitteilt, soll sie am Spätabend des 24. Mai während der Heimreise von einer Urlaubsfahrt an einem Gehöft in eine Tochter selbst entbunden haben.

Danach soll sie dem Säugling Papiertücher in den Mund gestopft und ihn auf freiem Gelände hilf- und schutzlos zurückgelassen haben. Wenig später verstarb das Neugeborene. Die Angeklagte soll die Tat aus finanziellen und beruflichen Gründen sowie mit Blick auf die laufende Beziehung zu ihrem Partner ausgeführt haben. Die Staatsanwaltschaft geht vom Vorliegen des Mordmerkmales der niedrigen Beweggründe aus. Es sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt.

Gegen den 22-jährigen Freund der Angeklagten und ein befreundetes Paar wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

Weitere Verhandlungstermine sind auf den 5. und 7. Dezember jeweils um 9 Uhr, 14. Dezember um 14 Uhr, 21. und 22. Dezember jeweils um 9 Uhr, 8. Januar um 14 Uhr, 12. und 18. Januar 2018 jeweils um 9 Uhr festgesetzt.