Die geschwisterliche Verbindung von Jasmin und Yvonne Reiss hat sich für die Oberschwäbischen Werkstätten (OWB) in Sigmaringen im doppelten Sinne als gute Fügung erwiesen. Denn Jasmin Reiss, die beim Leibertinger Medizintechnikunternehmen Medi-G im Personalbereich arbeitet, war bei ihrem Chef, Otto Gäng, auf offene Ohren gestoßen, als sie vorgeschlagen hatte, es könnten doch Schutzvisiere für die Beschäftigten der OWB hergestellt werden. Marc Hipp, Projektingenieur bei Medi-G, programmierte einen 3-D-Drucker entsprechend. In diesem werden die Kopfhalter der Visiere produziert, in die dann die Plastikschilde eingefügt werden.

Visier-Lieferungen seit der ersten Corona-Welle

Dieser Tage konnte das 100. Visier in Sigmaringen übergeben werden. Weitere würden nach und nach folgen, versprach Otto Gäng beim Übergabe-Termin in der OWB-Werkstatt im Sigmaringer Gewerbegebiet Wachtelhau. Hier arbeitet Yvonne Reiss im Sozialdienst und kümmert sich um die behinderten Menschen. Werkstattleiter Gerhard Schuler lobte den Tragekomfort der Visiere aus dem Hause Medi-G. Dieser sei besser als bei handelsüblichen Produkten. Und Otto Gäng ergänzte, dass die durchsichtigen Plastikschilder leicht ausgetauscht werden könnten, um diese zu reinigen. Gestartet wurde die Produktion der Visiere während der ersten Phase der Corona-Pandemie im Frühjahr. Damals wurden solche Visier auch kostenlos ans Stockacher Krankenhaus geliefert, wo es damals Engpässe in der Intensivstation gegeben hatte. Begeistert seien die Visiere in Empfang genommen worden, berichtet Marc Hipp. Auch die Beschäftigten der OWB hatten mit Freude auf die Lieferung der Visiere reagiert, denn zuvor mussten sie wegen der Hygiene-Vorschriften angesichts des Coronavirus während der täglichen Arbeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

220 Menschen arbeiten bei der OWB in Sigmaringen

In der Sigmaringer OWB-Niederlassung sind 220 Menschen beschäftigt. Sie erledigen auch Arbeiten für andere Firmen – seit neuestem auch für Medi-G. Vereinbart wurde, dass 2000 Handräder und ebenso viele Raster in Sigmaringen bearbeitet werden, die für die minimalinvasiven Operationsinstrumente von Medi-G nötig sind. Mit dieser Lohnfertigung könne die OWB unterstützt werden, sagte Otto Gäng. Auf den Grad der Beschäftigung am Firmensitz in Leibertingen habe dies keine Einschränkungen zur Folge. OWB-Werkstattleiter Schuler wünscht sich, dass das Beispiel Medi-G noch weiter Schule macht, denn es könnten pro­blemlos noch weitere Fertigungsaufträge angenommen werden.

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