Die Arbeiten von Willi Siber sind normalerweise in internationalen Großstädten ausgestellt. Doch ist sein Name seit Langem auch eng mit der Galerie Wohlhüter in Thalheim verbunden, wo er bereits vor 20 Jahren eine Einzelausstellung hatte. Die Ausstellungseröffnung in diesem Monat mit neuesten Arbeiten von Willi Siber gestaltete sich aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen etwas anders als sonst. Statt eines zentralen Termins organisierten Gerlinde und Werner Wohlhüter einstündige Zeitfenster für eine begrenzte Anzahl von Besuchern.

Immer nur begrenzte Anzahl von Besuchern

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Ab 11 Uhr empfing die Galerie die ersten Gäste und war ausgebucht bis 18 Uhr. Die Besucher profitierten von der Regelung doppelt, da sie zum einen den Abstand wahren konnten, und zum anderen indem der Künstler sich jeweils für eine kleine Gruppe Zeit nahm. „Die Arbeiten leben von der Perfektion„, erklärte Willi Siber einer Besucherin, die die großformatigen Wandobjekte bestaunte und euphorisch die magische Wirkung der Oberflächen beschrieb. Die Objekte zeigen einen wohlkomponierten Rhythmus aus Formen und Farben.

Distanz sorgt für andere Wahrnehmung

Je größer die Distanz zu den Wandobjekten ist, desto stärker verliert das Auge seine Wahrnehmungssicherheit. Es kann weder unterscheiden, welche Tiefe einzelne Flächenteile der dreidimensionalen Objekte haben, noch ob es sich um Vertiefungen oder Erhöhungen handelt. Die schwebenden Zustände, welche die mehrfachen Farbschichten erzeugen, geben dem Auge keinen Haltepunkt, von dem aus es analysiert.

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Die Interferenz-Lacke, die Siber auf die Objekte aufbringt, verändern ihren Ton je nach Perspektive und Licht. Während der Betrachter von vorne ein Violett wahrnimmt, sieht er das Objekt von der Seite in einem grünen Ton. Da die Formen nicht greifbar sind, wirken sie nahezu entmaterialisiert.

Selten zu sehende Zeichnungen werden gezeigt

Die Objekte, die aussehen, als handle es sich um geknicktes Rohr, seien durch einen bewussten Schnitt in Form gebracht, erläuterte Willi Siber. Neben den dreidimensionalen Objekten zeigt die Galerie Wohlhüter auch Zeichnungen des Künstlers, die nur selten zu sehen sind.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Juli zu sehen. Öffnungszeiten: freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr, sonntags von 11 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung. Informationen im Internet:
http://www.galerie-wohlhueter.de