Zu den angenehmen Aspekten der Vernissage-Veranstaltungen unter Corona-Schutzmaßnahmen gehört es, dass sich die Besucher über den gesamten Tag verteilen, anstatt zu einer bestimmten Uhrzeit zu kommen, um einer Laudatio beizuwohnen. Aus diesem Grund verlief der Auftakt der neuen Ausstellung in der Galerie Wohlhüter in Thalheim in familiärer Atmosphäre. Die Gäste bekamen genügend Gelegenheit, sich intensiv mit den Künstlern Andrea und Nikolaus Kernbach auszutauschen.

Geschichte des Steins

Die Ausstellung des Künstler-Ehepaars trägt den Titel „einem anderen, vergleichbaren entsprechen“ und ist Ausdruck davon, dass die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze der beiden auch ein verbindendes, sich gegenseitig inspirierendes Element aufweisen. Zu sehen sind überwiegend neue Arbeiten von Andrea und Nikolaus Kernbach. Nikolaus Kernbach ist bekannt für seine Steinarbeiten. Davon gibt es Schichtungen und geometrische Skulpturen sowie Arbeiten, bei denen der Betrachter die Spannung zwischen der ursprünglichen, von der Umwelt geschaffenen Form und der vom Künstler herausgearbeiteten wahrnehmen kann. Mit den neuesten Arbeiten kehrt Kernbach zur Geschichte des Steins zurück. Aus Stein-Schleifschlamm gestaltet er Objekte, die aus glatten und aufgebrochenen Oberflächen bestehen und erdige Farbtöne aufweisen. Einen interessanten Spannungsbogen bilden die Abdrücke der Kanten sowie Flächen seiner Steinobjekte auf Papier.

Neue Folien-Arbeiten zu sehen

Die neuen Folien-Arbeiten von Andrea Kernbach greifen Gedanken auf, denen sie bereits in ihren Tusche- und Schichtarbeiten nachspürte. Die gewickelten Folien erschaffen (Frei-)Räume in ihrem Inneren. Andere befreien sich vollständig von ihrem ursprünglichen Zweck des Verpackens und Schützens, indem der Innenraum verschwindet. Das Augenmerk richtet sich auf die Faltungen und Aufwerfungen der Oberfläche. Ihre Schichtarbeiten bewegen sich bis zur Grenze des Einsturzes oder stehen für Stabilität und Unverrückbarkeit. Ein eindrückliches Ergebnis der gemeinsamen Arbeit von Andrea und Nikolaus Kernbach sind die sogenannten Flyer. Dabei handelt es sich um zweidimensionale Wandobjekte, die eine solch unglaubliche Dreidimensionalität entwickeln, als flögen sie in den Raum hinein.

Die Ausstellung ist bis 11. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr, sonntags von 11 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung:
http://www.galerie-wohlhueter.de

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