Leibertingens Bürgermeister Armin Reitze überreichte seinem Amtsvorgänger und Ehrenbürger Heinrich Güntner bei dem Festakt im Speisesaal der Burg Wildenstein die Geschenke der Gemeinde.
Leibertingens Bürgermeister Armin Reitze überreichte seinem Amtsvorgänger und Ehrenbürger Heinrich Güntner bei dem Festakt im Speisesaal der Burg Wildenstein die Geschenke der Gemeinde.

„In einem normalen Rahmen würden wir diesen Festakt mit 300 Gästen in der Festhalle mit Kirchenchor und Musikverein begehen“, begrüßte Bürgermeister Reitze am Donnerstag eine kleine Schar Gäste im Speisesaal der Burg Wildenstein. Anlass war die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an Leibertingens ehemaligen Bürgermeister und Ehrenbürger Heinrich Güntner. Wegen der Corona-Pandemie durften bei der Verleihung nur wenige offizielle Vertreter sowie ein kleiner Kreis geladener Gästen anwesend sein. Auch galten strengste Hygiene-Vorschriften. Neben den politischen Ehrengästen hatte Heinrich Güntner Menschen eingeladen, die ihn in den vielen Jahren während seiner vielen Funktionen und Ehrenämter begleitet haben.

Bürgermeister Armin Reitze würdigt Einsatz seines Amtsvorgängers

Bürgermeister Armin Reitze hob besonders die Leistungen des Altbürgermeisters bei der Entstehung der Gesamtgemeinde Leibertingen aus den einzelnen Ortsteilen vor 46 Jahren hervor: „Das war damals keine Liebesheirat, sondern mehr eine Resterampe aus Orten, die lange gehofft hatten selbstständig zu bleiben.“ Weiter würdigte Reitze das Engagement seines Vorgängers: „Die Verleihung des Verdienstordens ist ein ganz klarer Ausdruck dafür, dass es sich bei Heinrich Güntner um einen Menschen handelt, der sich Zeit seines Lebens für andere Menschen eingesetzt hat.“

Staatsekretärin blickt auf die bewegte Laufbahn des Geehrten zurück

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch überreicht die Verleihungsurkunde an Heinrich Güntner.
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch überreicht die Verleihungsurkunde an Heinrich Güntner.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch lobte in ihrer Laudatio insbesondere Güntners ehrenamtlichen Einsatz. Er habe Jahrzehnte kein Hindernis gescheut. Er sei ein Kämpfer gewesen, meinte die Staatssekretärin. „Sie haben wahrscheinlich manchmal auch genervt, aber das muss man tun, wenn man Dinge voranbringen will.“ Sie beschrieb die bewegte berufliche Laufbahn des heute 81-jährigen. Sie berichtete, wie Güntner in den 1950er Jahren in Albstadt die Handelsschule besuchte, anschließend seine Karriere im öffentlichen Dienst begann und 1965 Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Vilsingen wurde. Als dieses Amt zehn Jahre später der Eingemeindung zum Opfer fiel, bewarb er sich für das Amt des Bürgermeisters in Leibertingen, das er bis zu seinem Ruhestand 1999 behielt. Gurr-Hirsch ging auf Güntners wichtige Lebensstation als ehrenamtlicher Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben ein.

„Sie sind der Mr. Leader in Baden-Württemberg!“

„Sie waren und sind hier in Oberschwaben ein Multiplikator der europäischen Idee“, sagte die Staatssekretärin. Auch sein Engagement für den Tourismus hob sie hervor, und erwähnte seine Tätigkeit als Vorsitzender des Kultur- und Tourismusvereins Leibertingen und dass er in seinen Funktionen bei Leader und im Leibertinger Tourismusverein das Projekt Klosterstadt Campus Galli förderte: „Sie sind der Mr. Leader in Baden-Württemberg!“

81-Jähriger ist auch heute noch ehrenamtlich aktiv

In seiner Erwiderung bedankte sich Güntner für das ihm verliehene „Kreuzle“. Eigentlich solle man geehrt werden, wenn einem etwas viel Mühe mache, erklärte er. Ihm allerdings hätten seine Ämter und Funktionen meistens viel Freude gemacht, erklärte der 81-Jährige mit einem Schmunzeln. Er habe in seiner Laufbahn viele Verdienstkreuze verliehen bekommen, nämlich immer dann, wenn etwas gelungen sei und wenn die Menschen mitgemacht hätten, meinte der Geehrte. Er sei auch heute noch ehrenamtlich tätig, mache Krankenbesuche bei alten Menschen oder lese Kindern seine selbst geschriebenen Geschichten vor, was auch ihm selbst guttue. Heinrich Güntner bedankte sich insbesondere bei seiner Frau Anita, deren Fürsorge dazu beigetragen habe, dass er so manches machen konnte. Der Ehrenbürger bedauerte, dass viele Menschen beim Festakt nicht anwesend sein konnten, denen er gerne gedankt hätte.

Ehefrau: „Mehr als 14 Tage Urlaub waren nicht drin.“

Das Ehepaar Anita und Heinrich Güntner fühlt sich sichtlich wohl und ist zufrieden.
Das Ehepaar Anita und Heinrich Güntner fühlt sich sichtlich wohl und ist zufrieden.

Das große berufliche und ehrenamtliche Engagement von Ehemann Günter habe natürlich auch Verzicht bedeutet, erklärte Ehefrau Anita Güntner im Gespräch gegenüber dem SÜDKURIER. Mehr als 14 Tage Urlaub seien zu dessen Zeit als Leibertinger Bürgermeister nicht drin gewesen.

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Sie habe das Engagement ihres Mannes aber immer unterstützt. Vieles sei zu Hause gemeinsam geplant und besprochen worden. Das Ehepaar Güntner wirkt erfüllt und jung geblieben. Wollte man das Leben der beiden mit einem Motto überschreiben, dann könnte dieses vielleicht der Sinnspruch sein, den Staatssekretärin Gurr-Hirsch in ihrer Laudatio zitierte: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück.“