Diese Woche ist Augsburg das Mekka für Freunde des Westernreitens. Unter den mehr als 300 Ausstellern bei der Pferdemesse befindet sich auch ein gemeinsamer Stand des Naturparks Obere Donau und der Leibertinger Distelhummelhof GbR von Julianna Ranzmeyer und Carsten Weber. Der Naturpark wirbt für das Wanderreiten im Donautal, Julianna Ranzmeyer verkauft Satteldecken – gefilzt aus der Wolle von hofeigenen Bergschafen und Tieren aus der Region des Naturparks.

Die Schafe vom Distelhummelhof in Leibertingen, hier füttert Julianna Ranzmeyer ein Lämmchen, liefern die Wolle für die Satteldecken.
Die Schafe vom Distelhummelhof in Leibertingen, hier füttert Julianna Ranzmeyer ein Lämmchen, liefern die Wolle für die Satteldecken. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Die Schnittmenge der beiden Aussteller ist die sinnvolle Verwertung der Wolle von Schafen aus dem Naturpark. Julianna Ranzmeyer schildert die Situation: „Um besonders die Landschaft der Albhochfläche in ihrem heutigen Zustand zu bewahren, ist die Landschaftspflege mit Schafen oder Ziegen die Voraussetzung.“

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Eine von vielen Fragen für die Schafhalter ist allerdings die, wohin mit der Wolle. Heimische Schafwolle ist nahezu unverkäuflich, und wenn, dann zu Preisen, die in keiner Relation zu den Kosten der Schafhaltung stehen. Julianna Ranzmeyer beschreibt: „Nicht einmal die Schurkosten werden durch den Erlös beim Wollverkauf gedeckt.“

Viele Versuche waren notwendig

Aus diesem Grund hat sich vor Jahren in Beuron die Filzinitiative gegründet. Hier wird versucht, die Wolle aus dem Naturparkbereich als Ausgangsmaterial für Filzprodukte zu verwenden. Vom Naturpark sind die beiden erfahrenen Reiterinnen Kirsten Schille und Ute Raddatz zusammen mit Adele Nalik von der Filzinitiative und der Wollwerkstatt schon vor Jahren auf die Idee gekommen, Satteldecken aus dem Filzmaterial herzustellen. Dazu waren viele Versuche notwendig.

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Inzwischen sei das Produkt marktreif. Vor zwei Jahren bei der letzten Messe erwiesen sich die von Adele Nalik produzierten Satteldecken bereits als Verkaufsschlager. Nach drei Tagen waren sie ausverkauft.

Julianna Ranzmeyer an der Nähmaschine.
Julianna Ranzmeyer an der Nähmaschine. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Inzwischen hat Adele Nalik die Satteldeckenproduktion an Julianna Ranzmeyer abgegeben. Trotzdem arbeiten Naturpark und Distelhummelhof nach wie vor sehr eng zusammen. Bei der Augsburger Pferdemesse werden Kirsten Schille und Nele Feldmann vom Naturpark und Julianna Ranzmeyer fünf Tage lang den erwarteten rund 50 000 Besuchern mit Tipps für den Pferdeurlaub im Donautal und den Satteldecken zur Verfügung stehen.

Am Ende sind Produkte kompostierbar

Ranzmeyer: „Jede Satteldecke ist eine Einzelproduktion.“ Die Filzprodukte seien atmungsaktiv und am Ende ihrer Nutzdauer problemlos kompostierbar. Pro Decke werden zwischen drei und dreieinhalb Kilo Wolle verarbeitet. Diese Wolle komme zum größten Teil von eigenen Schafen und aus der Region.

In 100-Kilo-Rollen nach Leibertingen geliefert

Die Wolle wird nach der Schur von einem Betrieb in Österreich gewaschen und danach von einer Firma in Deutschland nach den Angaben von Julianna Ranzmeyer zu 22 Millimeter dicken Filzdecken verarbeitet, die in 100-Kilo-Rollen nach Leibertingen geliefert werden. Julianna Ranzmeyer bleibt die Aufgabe, die einzelnen Satteldecken entweder nach Normmaß oder nach Kundenwünschen zuzuschneiden und gebrauchsfertig zu machen. Das dauere pro Satteldecke rund einen Arbeitstag.

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