In dieser Wertung waren sich bei der Gemeinderatssitzung am Montag Bürgermeister Armin Reitze und Kämmerer Daniel Bahr einig. Beide betonten aber im SÜDKURIER-Gespräch, dass konkretere Aussagen erst im Oktober möglich sein werden. Dann nämlich werde verbindliches Zahlenmaterial für die Gebührenkalkulation vorliegen. Die derzeitige Aussage stützt sich auf den vorgestellten Rechnungsabschluss für 2017. Darin werden im Trinkwasser- und im Abwasserbereich teilweise deutliche Gewinne ausgewiesen.

Die Gesetzeslage

Daniel Bahr erläuterte zur Gesetzeslage: "Nach dem Kommunalabgabengesetz müssen Verluste und Gewinne aus dem Wasser- und Abwasserbereich im Zeitraum von fünf Jahren an die Bürger weitergegeben werden." Dabei sei es den Gemeinden überlassen, ob sie den Betrag in einer Rate weitergeben oder die Summe auf bis zu fünf Jahren verteilt mit den Einwohnern verrechnen. Der Kämmerer: "Durch die Verteilung auf mehrere Jahre wird verhindert, dass die Gebühren in einem Jahr gesenkt und im nächsten Jahr wieder angehoben werden müssen." Weil der Wasser- und Abwasserhaushalt kostendeckend sein muss, aber keine Gewinne abwerfen darf, würde so Gebührensicherheit geschaffen.

Die Überschüsse

Der Jahresüberschuss beim Wasserhaushalt beträgt für 2017 insgesamt 3300 Euro. Das, obwohl die Unterhaltungskosten fast 9500 Euro teurer waren als geplant. Die Ursachen dafür ist laut Armin Reitze unter anderem ein leicht erhöhtes Gebührenaufkommen durch Wassermehrverbrauch. Leibertingen beliefert den Sauldorfer Ortsteil Hölzle mit Trinkwasser und erhielt dafür von der Nachbargemeinde im vergangenen Jahr mehr Auslagenersatz für die Betriebskosten. Ein ganz wesentlicher Blickpunkt, auf den Armin Reitze während der Sitzung hinwies, sind die geringen Wasserverluste im Leibertinger Netz: "Unsere Wasserverluste liegen bei rund zehn Prozent. Im Landesdurchschnitt sind es etwa rund zwölf Prozent."

Verluste aus dem Vorjahr ausgleichen

Die Kläranlagen und Abwasserpumpwerke erreichten 2017 einen Überschuss von über 27 000 Euro. Das 7000-Euro-Defizit im Kanalisationsbereich rührt aus einer Kanalleitung, die nicht wie geplant 2016, sondern erst 2017 in Betrieb genommen werden konnte. Die dafür 2016 eingesetzten Abschreibungsbeträge wurden als Überschuss verbucht. Weil die tatsächlichen Abschreibungskosten 2017 höher waren als für 2016 geplant, kam es zum Verlust. Im Klärbereich sind Verluste aus den Vorjahren auszugleichen. Im Kanal- und Wasserbereich müssen dagegen Gewinne aus den Vorjahren verrechnet werden.