Diese Lesung sei etwas Besonderes, erklärte Gerlinde Wohlhüter bei ihrer Begrüßung, da sie dem Jubiläumsjahr einen schönen Schlusspunkt setze. Die Galerie feierte dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

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Gerlinde Wohlhüter nannte einige Daten zu Stadlers Werdegang, obwohl ihn viele in der Galerie kennen würden. Im Jahr 1989 habe er die erste Auszeichnung für seine schriftstellerische Tätigkeit erhalten, den Jürgen-Ponto-Preis, 1999 sei ihm der berühmte Büchnerpreis verliehen worden. Danach seien etwa 20 Preise hinzugekommen.

Mehr als 100 Texte zur Kunst

„Ich habe auch schon über dich geschrieben“, wendete sich Arnold Stadler an die Galeristin. Es habe sich damals um einen seiner ersten Beiträge über Kunst gehandelt. Mittlerweile habe er mehr als 100 Texte zur Kunst verfasst. Dazu gehören das Buch über den oberschwäbischen Maler Jakob Bräckle sowie ein Beitrag zum Katalog des Bildhauers Robert Schad, dessen Arbeiten zurzeit noch in ganz Oberschwaben verteilt zu sehen sind, darunter auch in Meßkirch im Hofgarten sowie zwischen der Kirche St. Martin und dem Schloss.

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Der Schriftsteller erzählte von seinen ersten Begegnungen mit der Kunst, die ihn geprägt hätten. In der Raster Kirche habe es damals einen Himmel gegeben, den Pater Tutilo, der Beuroner Schule zugehörig, gemalt habe. Dieses Gemälde sei dem „Utilitarismus“ zum Opfer gefallen. „Man hat den Himmel in den 70er Jahren heruntergeschlagen“, berichtete Stadler. Die Malerei hätte Risse wegen der über die Kirche hinweg fliegenden Starfighter-Piloten bekommen, so die damalige Begründung.

Kinderbibel hinterlässt prägenden Eindruck

Einen weiteren prägenden Eindruck habe eine Kinderbibel bei ihm hinterlassen, die der Schriftsteller von einem Großonkel geschenkt bekam, einem Pfarrer. „Dort war die ganze Kunstgeschichte versammelt“, beschrieb Arnold Stadler. Sie sei voller Abbildung gewesen und habe ihm erste Begegnungen mit berühmten Werken, etwa die von Michelangelo geschenkt, noch bevor er lesen konnte.

Oberschwaben und die Kultur

Was die Kultur betreffe, so sei Oberschwaben nicht das Hinterland des Bodensees, sondern der Bodensee der Hintersee von Oberschwaben. Er nannte als Beispiele die Beuroner Schule, Künstler wie Jakob Bräckle, Rudolf Wachter, Robert Schad und Wolfgang Laib und die Altargemälde der Bingener Kirche. Auf die Frage, woran man ein Kunstwerk erkennt, falle ihm nach wie vor die eine Antwort ein: dass es unvergesslich ist.

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