Mit zahlreichen Freunden, Künstlern und Gästen hat die Galerie Wohlhüter in Thalheim ihr 25. Galeriejubiläum gefeiert. Gerlinde und Werner Wohlhüter warfen bei dieser Gelegenheit einen Blick zurück auf die Geschehnisse des vergangenen Vierteljahrhunderts und kamen zu dem Resümee, dass es damals genau die richtige Idee war, eine Galerie in Thalheim zu gründen und dass die Arbeit immer von Freude, freundschaftlichen Beziehungen und Liebe zur Kunst begleitet gewesen sei.

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Werner Wohlhüter erinnerte bei seinem Rückblick an die Ausstellungen, die noch vor der Gründung der Galerie lagen, aber bereits den Weg ebnete. Gleich mit der ersten Ausstellung, den Grafiken von Josef Beuys, machte die Galerie auf sich aufmerksam. Da hätten sich einige gewundert, wie es dazu komme, dass abseits der renommierten Kunstzentren Werke eines solch bekannten Künstlers zu sehen waren.

Zahlreiche Gäste verfolgten den Rückblick auf die 25-jährige Galeriegeschichte von Gerlinde und Werner Wohlhüter, bevor das Fest in lockerer Atmosphäre draußen im Freien und drinnen weiterging.
Zahlreiche Gäste verfolgten den Rückblick auf die 25-jährige Galeriegeschichte von Gerlinde und Werner Wohlhüter, bevor das Fest in lockerer Atmosphäre draußen im Freien und drinnen weiterging. | Bild: Isabell Michelberger

Ein weiterer wichtiger Schritt stellte der Galerieanbau dar. „Wir haben gemerkt, dass wir erweitern müssen, um auf dem Kunstmarkt ernstgenommen zu werden“, beschrieb Werner Wohlhüter den Schritt. Der Anbau der Halle, den der Architekt Anton Braun aus Meßkirch geplant, und bei dem die Wohlhüter-Tochter Christine assistiert hatte, wurde mit der Ausstellung von Skulpturen von Ruth Krüger im Jahr 1999 eingeweiht. Über die große helle Halle freuen sich nicht nur die Künstler, deren Arbeiten darin besonders gut zur Geltung kommen, sondern der Anbau erhielt 2001 von der Architektenkammer Baden-Württemberg eine Auszeichnung für „Beispielhaftes Bauen“.

Künstler sind ihre wichtigsten Kooperationspartner

Gerlinde und Werner dankten allen herzlich, die zum Erfolg der Galerie beigetragen haben, angefangen von ihren Töchtern Christine und Melanie, die stets aus- und mithelfen, den Nachbarn, die einerseits tatkräftig unterstützen, andererseits Platz für parkende Autos zur Verfügung stellen, den verschiedenen Kunstvereinen und Museen – und nicht zuletzt den „wichtigsten Kooperationspartnern“, wie sie betonen, den Künstlern. „Wir sind froh darüber, dass wir bei ihnen die Arbeiten aussuchen dürfen, die wir ausstellen wollen“, bedankte sich Werner Wohlhüter für das Vertrauen.

Künstler Werner Schmidt (links) sprach beim Rückblick auf die Galeriegeschichte von der Liebe zur Kunst.
Künstler Werner Schmidt (links) sprach beim Rückblick auf die Galeriegeschichte von der Liebe zur Kunst. | Bild: Isabell Michelberger

Maler Werner Schmidt blickte aus Sicht der Künstler auf die Galeriegeschichte zurück. „Im Namen aller Künstler kann ich kaum sprechen, da wir so unterschiedlich sind“, erklärte er, doch könne man gerade in der Sommerausstellung, in der Arbeiten fast aller Künstler zu sehen sind, das „Wohlhüterische“ entdecken. In seinem Exkurs ging er der Frage nach, wie die Liebe für Kunst entsteht. „Wann macht es klick“, fragte er und gab mit James Joyce eine Antwort von vielen möglichen: Wenn der Ölfleck in der Wasserlache für den Betrachter zum Regenbogen wird und ihm dabei ein Schauer über den Rücken laufe. Es sei die Wahrnehmung der kleinen Dinge, die zur tiefen Erkenntnis dessen führen könne, was die Welt im Inneren zusammenhalte.

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Die Künstler, nach der Bedeutung der Galerie für sie selbst befragt, loben unisono die große Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. „Die Wohlhüters treffen sehr behutsam ihre Wahl, sodass man sich geschätzt fühlt“, beschreibt Ingrid Hartlieb aus Stuttgart, die im Jahr 2012 zum ersten Mal in der Galerie ihre Skulpturen zeigte. „Für mich ist die Galerie ein Stück Heimat, das Allerbeste“, erklärt Gerd Riel, der zu den ersten Künstlern gehört, mit denen die Galerie Wohlhüter zusammenarbeitet. Der Bildhauer Erwin Herbst wünscht sich, dass die Wohlhüters noch lange den Idealismus aufbringen für die anstrengende Arbeit. Den lebendigen Austausch während des Festes begleiteten die jazzigen Klänge der Eisele-Brothers aus Sigmaringen, die wie gewohnt das Kunsterlebnis mit Hörgenuss ergänzten.