Die Ratsmitglieder der Vier-Dörfer-Gemeinde wollen sich in Sachen Redezeit selbst an die Kandare nehmen, lehnen es aber ab, sich per Geschäftsordnung eine minutengenaue Redezeitbeschränkung zu verordnen. Das ist das wichtigste Resultat der Diskussion über die neue Geschäftsordnung, die dann auch einstimmig in Kraft gesetzt wurde.

Vorverlegung hat nichts genutzt

Wie wichtig eine ökonomische Nutzung der Zeit im Gemeinderatsplenum ist, wurde am Statement von Ratsmitglied Guido Amann deutlich. Niemand widersprach dem Kreenheinstetter Ortsvorsteher, als er feststellte: „Wir haben den Sitzungsbeginn von halb acht auf sieben Uhr vorverlegt. Unsere Sitzungen enden aber nicht eine halbe Stunde eher als früher. Über den wichtigsten Grund für lange Sitzungen herrschte im Gremium ebenfalls Einigkeit. Es ist die Rede- und Debattierlust mancher Mandatsträger. Ratsmitglied Tobias Stekeler brachte es knackig so auf den Punkt: „Dann kommt einer und meint, es sei zwar schon alles gesagt, nur noch nicht von ihm selbst.“

Minutengenaue Zeiten vorgeschlagen

Aus der „Mitte des Gemeinderates, so Bürgermeister Armin Reitze, hatte es eine Anregung zur Strukturierung der Redezeit in die Verwaltungsvorlage geschafft. Danach sollte die Redezeit in einer ersten Runde pro Gemeinderatsmitglied maximal fünf Minuten betragen, in einer zweiten Runde höchstens drei Minuten und in einer eventuell notwendigen dritten Runde eine Minute betragen. Die Redezeit hätte nach diesem Vorschlag vom Bürgermeister gestoppt und nach Erreichung der Zeitgrenze beendet werden müssen.

Kein Gong wie in einer Fernsehshow

Diese Art der Zeiteinteilung fand im Gremium kaum Zustimmung. Armin Reitze schien von seiner Rolle als Uhrenwächter nicht begeistert. „Es wird bei uns sicher keine große Uhr mit Gong wie in einer Fernsehshow geben, versprach der Bürgermeister. Elisabeth Volk fand die Initiative „nicht schlecht. Sie verwies darauf, dass eine Minute Redezeit sehr lange sein könne. Matthias Utz wandte sich gegen die Aufnahme von Zeitnormen in die Geschäftsordnung und appellierte an die Selbstdisziplin.

Sich kurzfassen und nicht wiederholen

Damit ging er auf einen Zwiespalt ein, den zuvor schon andere Ratsmitglieder und der Bürgermeister formuliert hatten. Auf der einen Seite die Notwendigkeit einen Sachverhalt intensiv zu diskutieren und auf der anderen Seite das Bemühen, eine Sitzung nicht ausufern zu lassen. Einen formellen Beschluss zu diesem Thema fällten die Leibertinger nicht, allerdings soll auf der Basis von Selbstdisziplin nach Möglichkeiten gesucht werden, sich kurzzufassen und nicht das zu wiederholen, was der Vorredner schon sagte. Die Geschäftsordnung wurde einstimmig angenommen.