Fünf Projekte wurden während der Projekttage an der Leibertinger Wildensteinschule angeboten. Die Lehrerinnen hatten sie im Vorfeld zusammengestellt und die Kinderwünsche voll getroffen. Je nach Wunsch gab es Projekte aus den Gebieten Geschichte, Handwerk, Gestaltung, Kunsthandwerk und Technik. Auch in diesem Jahr war die Vorfreude der Kinder riesig.

Auf einem Ritterpferd reiten dürfen, das war das Allerhöchste für die Kinder der Mittelaltergruppe. Geführt von Miriam Österle mussten sie mit dem Holzschwert Ringe im Parcours aufnehmen.
Auf einem Ritterpferd reiten dürfen, das war das Allerhöchste für die Kinder der Mittelaltergruppe. Geführt von Miriam Österle mussten sie mit dem Holzschwert Ringe im Parcours aufnehmen. | Bild: Herbert Dreher 

Besonders beeindruckend war das historische Angebot "Leben im Mittelalter". Dieses Projekt wurde initiiert von der Schulsozialarbeiterin Julia Kramer, Mathias Honer, der als Ritter "Konrad von Drachenstein" mit seinen Knappen erschien, und der Familie Miriam und Frank Österle aus Kreenheinstetten. Honer und die Österles kennen sich durch Pferdehaltung und gemeinsamen Treffs bei Ritterturnieren in der Region. Die Geschichte des Mittelalters wurde hier nicht als trockenes Wissen vorgesetzt, sondern die Kinder konnten hautnah Geschichte erleben. Da kam ein echter Mensch zu der Gruppe, der sich auch noch perfekt als Ritter kleidete und nicht nur durch seine Größe in den Bann zog.

Luka Hahn liebt den Umgang mit To. In der Gruppe von Lehrerin Ingrid Schwochow war er perfekt aufgehoben, denn hier wurden Pinguine in klassischer Aufbaukeramik getöpfert. Loka modellierte einen ins Wasser springenden Pinguin.
Luka Hahn liebt den Umgang mit To. In der Gruppe von Lehrerin Ingrid Schwochow war er perfekt aufgehoben, denn hier wurden Pinguine in klassischer Aufbaukeramik getöpfert. Loka modellierte einen ins Wasser springenden Pinguin. | Bild: Herbert Dreher 

Zur Einführung erläuterte Miriam Österle das Tun von Ritter Konrad, der auch als "Ritter der schwarzen Lanze" bei Rittertreffen agiert. Aber was stellen sich die Kinder unter "Mittelalter" denn vor? Die Antworten: Ritter, Burg, Waffen, Pferd, Bauern. Diese Begrifflichkeiten wurden nach und nach durchleuchtet. Auf den Hinweis von Ritter Konrad, dass es keinen Ritter geben durfte ohne Pferd, meinte ein besonders lustiger Schüler: "No muss er halt laufe!" Die Ohren wurden gespitzt, als das komplizierte Leben auf einer Burg beschrieben wurde: kalt, keine Fensterscheiben, keine Heizung, Händler, die Waren vorbeibrachten, Spielleute, die unterhielten, hygienische Probleme.

Ganz ruhig und hoch konzentriert ging es in der Projektgruppe "Nähen mit der Nähmaschine" bei Lehrerin Elisabeth Ohmacht zu. Cleo Petry sagt: "Ich bin dabei, weil ich nähen wollte, habe schon Zuhause mit der Oma genährt, was mit viel Spaß machte."
Ganz ruhig und hoch konzentriert ging es in der Projektgruppe "Nähen mit der Nähmaschine" bei Lehrerin Elisabeth Ohmacht zu. Cleo Petry sagt: "Ich bin dabei, weil ich nähen wollte, habe schon Zuhause mit der Oma genährt, was mit viel Spaß machte." | Bild: Herbert Dreher

Ritter Konrad nannte die Burg Wildenstein eine neuzeitliche Burg, denn die alten waren ursprünglich aus Holz. Beim Hinweis auf die Toiletten auf den immer hoch gelegenen Burgen grauste es den Kindern förmlich. Und dann der Höhepunkt des Vormittags: Konrad kleidete sich mit einer schweren Rüstung und erstaunte die Kinder bei einem Schaukampf mit einem seiner Knappen. Und noch besser: die Kinder durften das Ross, das in den Farben des Ritters "gekleidet" war, besteigen und geführt von Miriam Österle mit einem Holzschwert Ringe einsammeln. Am Ende überreichte Schulsozialarbeiterin Julia Kramer Ritter Konrad die Spenden der Eltern für diese Aktion, Geld, das er der Hilfsaktion Drachenkinder zukommen lassen wird.

Am zweiten Vormittag ging die Gruppe auf die Klosterstadtbaustelle Campus Galli, um weitere Aspekte des Mittelalterlebens zu erkunden.

Ritter Konrad vom Drachenstein mit einem seiner Knappen beim Schaukampf vor den Kindern der Grundschule Leibertingen. Hinten in der Mitte Julia Kramer, die Schulsozialarbeiterin und Mitinitiatorin der Gruppe Mittelalter, hinten links Frank Österle.
Ritter Konrad vom Drachenstein mit einem seiner Knappen beim Schaukampf vor den Kindern der Grundschule Leibertingen. Hinten in der Mitte Julia Kramer, die Schulsozialarbeiterin und Mitinitiatorin der Gruppe Mittelalter, hinten links Frank Österle. | Bild: Herbert Dreher