Aus vielen jungen Kehlen tönt es laut aus dem ehemaligen Thalheimer Schulhaus: „Es ist Krieg!“ Zum Glück ist das keine Realität, sondern nur ein Lied aus dem Musical „David & Goliat“, das der Kinder-und Jugendchor Ohrwurm am Samstag, 19. Oktober um 18 Uhr und am Sonntag, 20. Oktober, um 17 Uhr in der St. Peter und Paul Kirche in Leibertingen aufführt. Seit Juni bereiten sich die 27 jungen Sänger zwischen fünf und elf Jahren darauf vor.

Der Kinder-und Jugendchor Ohrwurm freut sich mit Chorleiterin Julia Glöckler (Mitte) bereits auf die Aufführung des Musicals „David & Goliat“.
Der Kinder-und Jugendchor Ohrwurm freut sich mit Chorleiterin Julia Glöckler (Mitte) bereits auf die Aufführung des Musicals „David & Goliat“. | Bild: Sandra Häusler

2015 wurde der Kinder-und Jugendchor der Seelsorgeeinheit Laiz- Leibertingen gegründet, aber erst im Frühjahr 2019 hat er sich seinen verheißungsvollen Namen Ohrwurm zugelegt. Julia Glöckler aus Thalheim leitet die Nachwuchssänger seit Beginn. Die 27-Jährige hat ihre nebenberufliche kirchenmusikalische Ausbildung mit der C-Prüfung erfolgreich abgeschlossen. „Weil ich immer gerne mit Kindern zusammenarbeite“, wie sie betont, hat sie den Kinder-und Jugendchor übernommen. Während der Chor nacheinander die Stücke durchsingt, proben einige Kinder die Theaterszenen im Gang des Schulhauses unter der Regie von Kerstin Biselli. Dann stoßen sie wieder zu den Nachwuchssängern dazu und schon beschweren sich alle lauthals, dass es manchmal nicht leicht sei, der Jüngste zu sein, weil die Jüngsten alles Coole, dass es gibt, nicht dürfen.

Kinder singen Text auswendig

Die Chorleiterin achtet darauf, dass die Aussprache sehr deutlich ist und die T-Endungen sauber abgesprochen werden. Dabei assistiert ihr die elfjährige Amelie. Die Kinder singen auswendig, ihr Blick ist auf Julia Glöckler gerichtet:“ Was ist, wenn ich die Hand hebe?“, fragt die Chorleiterin in die Runde. „Da ist eine Pause“, antwortet Carolin richtig.

Theaterprobe für das Musical „David & Goliat“: (vorne, von links) Theresa, Melina und Elisa sowie (hinten von links) Lucas und Max.
Theaterprobe für das Musical „David & Goliat“: (vorne, von links) Theresa, Melina und Elisa sowie (hinten von links) Lucas und Max. | Bild: Sandra Häusler

Die Geschichte des kleinen Hirtenjungen David, der sich mit einer Steinschleuder mutig dem Riesen Goliat entgegenstellt, ist eine der bekanntesten Bibelgeschichten. Max aus Thalheim, schlüpft in diese Rolle: „David ist ein Junge und er ist Hirte. Er ist lieb, klein und stark“, erklärt der Siebenjährige, der seit drei Jahren im Chor mitsingt. Sein Gegenüber, Goliat, wird von Amelie aus Leibertingen dargestellt. „Goliat ist stark, riesig. Er denkt gar nicht daran, dass er verlieren könnte“, beschreibt die Elfjährige. Doch in der Geschichte wird Goliat eines Besseren belehrt. Das Musical von Markus Heusser schlägt einen Bogen in die Gegenwart. Jeder kennt bestimmt einen persönlichen „Goliat“ aus seinem Alltag. Das kann der größere Mitschüler sein, der immer ärgert, oder die Angst vor der Klassenarbeit, oder ein Handicap.

Max (links) probt sein Solo mit Chorleiterin Julia Glöckler.
Max (links) probt sein Solo mit Chorleiterin Julia Glöckler. | Bild: Sandra Häusler

Dankbar sind Chorleiterin Julia Glöckler und Theaterregisseurin Kerstin Biselli: „Wir bekommen vonseiten der Pfarrer und des Dekans, von der Planung, Finanzen, jederzeit Unterstützung.“ Der Pfarrer lege bei Bedarf sogar selbst Hand an. Bereits vor zwei Jahren führte Ohrwurm erfolgreich das Musical „Zachäus“ auf.