Beides sollte sich bewahrheiten am Konzertabend am Palmsonntag im Kreenheinstetter Ulrich-Megerle-Saal. Hoch konzentriert und wohl unter Spannung stehend traten die rund 60 Musikanten des Kreenheinstetter Musikvereins zu ihrem Jahreskonzert im voll besetzten Ulrich-Megerle-Saal auf; zu einem Konzertabend, der die Zuhörer begeisterte.

Unter der Leitung von Dirigent Braun vor das erwartungsvolle Publikum. Doch dabei wirkten sie in keiner Weise verkrampft. Das erste Konzertstück des Abends, der „Marsch der Medici“ von Johann Wichers, erklang locker und leicht als Auftakt. Als erstes typisches Merkmal des Abend folgte dann kontrastierend das „Russische Tagebuch“ von Hans Hartwich. Sanfte Klänge wechselten darin mit teils gewaltigen Klangbildern der bestens besetzten Register und bekannte russische Melodien ließen die Zuhörer in Begeisterung schwelgen. Zur besonders guten Verständlichkeit des jeweiligen Musikausdruckes und der Hintergründe erläuterte Andrea Braun mit kurzen Informationen die Stücke. Die böhmische Polka „Goldene Tenorhörner“ von Freeck Mestrini lockerte wieder zu fröhlich leichter Muse. Die Spielerinnen und Spieler des Registers Tenorhorn und Bariton zogen mit ihrem Können die Zuhörer in ihren Bann. Und dann folgte erneut der Kontrast mit „Finnlandia“ von Jean Sibelius, arrangiert von Andreas Schön: düster und gewaltig zu Beginn und dann voller Dynamik; dramatische Sequenzen mit vielen Taktsprüngen von elegisch bis kraftvoll. Diese höchst beeindruckende Darbietung zog riesigen Beifall nach sich, denn nicht nur das Stück selbst war es, was das Publikum zu beeindrucken in der Lage war, sondern auch die Qualität der Darbietung, die es schaffte, jeden Zuhörer ins Schwärmen geraten zu lassen.

Auf die in Konzerthausqualität umgesetzte „Finnlandia“ folgten noch vor der Pause mit „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer wieder lockerere Klänge.

Die fünfteilige zweite Partie des Konzertabends begann mit „Hobbits Dance and Hymn“ von Johan de Meij; einer Filmmusik aus dem Fantasie-Abbenteuer „Herr der Ringe“. Die fröhlichen Tanzklänge wurden mit geheimnisvoller Musik aus dem „Tanz der Vampire“ von Jim Steinmann unterbrochen. Die große Weite Afrikas wurde dann sehr bildhaft musikalisch mit „Out of Africa“ von John Barry den sehr aufmerksamen Zuhörern in die Fantasie gezeichnet. Und mit „Moment for Morricone“ wurden klassische Westernmelodien in Erinnerung gerufen. Den Schlusspunkt setzte „Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler. Die Schlussakkorde ließen spüren, dass die Eisberg-Schönheit bedroht ist durch den Klimawandel, doch die Hoffnung nicht aufgegeben wird.