Ein bisschen wie im heimischen Wohnzimmer war der Auftritt von Sängerin Annika Bosch, die unter ihrem Künstlernamen Nica L‘Hiver mit ihrer Band am Sonntagabend im Gasthaus Hirsch in Hausen am Andelsbach auf der Bühne stand. Sie ist eigentlich ein Krauchenwieser Mädel, und so war es nicht verwunderlich, dass viele Freunde und Bekannte, die sie bereits ein Stück ihres Lebenswegs begleitet hatten, zum Konzert gekommen waren.

Das könnte Sie auch interessieren

Annika Bosch kommt gerne „nach Hause“, lebt und arbeitet aber bereits seit 15 Jahren in Weimar und ist aus der dortigen Thüringer Musikszene nicht wegzudenken. Die Musikerin hat mehrere eigene Bands, schreibt und komponiert zusammen mit ihrem Mann Martin Bosch die meisten Songs in ihrem Repertoire selbst und hat schon mehrere Musikvideos aufgenommen und veröffentlicht.

Musikalischer Mix aus Indie-Pop und Jazz

Zum Auftakt des Veranstaltungsprogramms des Kulturzirkels in Hausen a.A. im Herbst präsentierte Nica L‘Hiver gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band einen musikalischen Mix aus Indie-Pop und Jazz, den sie mit ihrem ganz eigenen Stil verbunden hat und teilweise gewürzt mit elektronischen Klängen und kleinen technischen Tricks, die vielen ihrer Songs einen Hauch von sphärischen Klängen und verspielten Träumereien verliehen.

Inspiration aus eigenem Umfeld

Gerne lässt sich Nica L‘Hiver beim Komponieren und Texten von winterlichen Welten und sternenklaren Nächten leiten. Die Themen für ihre Texte in englischer Sprache finden die Künstler in ihrem eigenen Umfeld, der Familie und schönen Erinnerungen an vergangene Zeiten. Viel Gefühl liegt in der klaren Stimme von Annika Bosch und Leidenschaft wohnt in den verträumten Melodien und Rhythmen. Für das Publikum wurden am Sonntag dadurch gedankliche Schneeflocken und musikalische Himmelskörper zum Greifen nah.

Das könnte Sie auch interessieren

Nica L‘Hiver wurde in Hausen a.A. nicht nur von Ehemann Martin Bosch (Bass), sondern ebenfalls von Marco de Vries (E-Gitarre), Clemens Litschko (Schlagzeug) und Philipp Rumsch (Keyboard) begleitet. Die fünf Musiker sind eine sehr harmonische, wenn auch bunt zusammengewürfelte Truppe, deren Herkunft vom hohen Norden des Landes über die Mitte bis zum Süden und in den Osten reicht, was sich beim Auftritt am Sonntag in einer kurzen Mundartdemonstration äußerte und für großes Amüsanten beim Publikum sorgte.

Nach Nachdenken und Mitfühlen

Aber nicht nur die ortstypischen Worte der jeweiligen Musiker sorgten für gute Unterhaltung, auch die sprachlichen Ergüsse der Poetry Slammerin Anna Teufel stießen bei den Zuhörern auf offene Ohren. Drei Texte trug sie am Abend in Hausen a.A. vor und wurde mit malerischer Musik und einem Klangteppich der verschiedenen Instrumente auf der Bühne begleitet. Zum Nachdenken und zum Mitfühlen regten die Vorträge an und passten damit gut zu dem, was die Hauptakteure des Abends auf die Bühne brachten. Der Applaus spiegelte die Begeisterung der Anwesenden für die musikalischen und poetischen Werke, die sie am Sonntag zu hören bekamen.